Frauen ermutigen, mobile Kunden besser verstehen

21. Oktober 2016, 10:06
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Die Fraueninitiative der Bawag P.S.K. dikutierte, was Digitalisierung für Geschäftsmodelle, Kunden und die Chancen für Frauen bedeutet

In den Öffis, auf den Gehsteigen, im Kaffeehaus: Die Blicke sind aufs Smartphone gerichtet – ein Symptom der Digitalisierung. Und damit eine der großen Hausaufgaben auch für Finanzdienstleister, die einfachsten und sichersten Mobilzugänge zu Produkten und Services zu schaffen. "Da führt kein Weg darum herum", sagt Astrid Zöchling, Leiterin der Abteilung Digital Strategy & Big Data der Bawag P.S.K.

Um reine Transformation ins Digitale gehe es allerdings nicht, sondern "darum, Kunden besser zu verstehen, personalisierte Angebote zu schaffen, die Bedürfnisse hinter den Fragen nach Finanzprodukten möglichst genau zu erkennen". Dazu werde in ihrem Haus einerseits massiv in die Datenanalyse, andererseits in die Sicherheit investiert. Jüngst hat sie da etwa eine Security-App herausgebracht, die in Echtzeit über sämtliche Transaktionen informiert. Dass es um Innovationen gehe, verstehe sich in diesem Zusammenhang von selbst – Kooperationen mit sogenannten Fintechs sollen da in die nächsten Dimensionen führen.

Erlebnisse kreieren

"Costumer-Experience", so Johannes Robier, der mit seiner youspi Consulting in Sachen User-Experience und Service-Design berät, sei so zu kreieren, dass die "harten Währungen" Vertrauen und Reputation in allen Bereichen und Dienstleistungen ankommen: "Wer das schafft, hat gewonnen." Dazu würden derzeit die Bedürfnisse der Zielgruppen quasi eingefangen, große Produkte in kleinere Produkte und Prozesse zerlegt und noch einmal maßgeschneidert, zusätzlich die Selbstverwaltung erleichtert. "Es fragt sich doch jeder: Wozu soll ich für etwas zahlen, das ich mir ganz leicht selber erledigen kann?"

Im Kassensaal der Bawag P.S.K in Wien: Astrid Zöchling (Leiterin Abteilung Digital Strategy & Big Data in der Bawag P.S.K), Johannes Robier (youspi Consulting), Gundi Wentner (Deloitte). Karin Bauer hat moderiert.

Um Missverständnisse inmitten eines großen Filialsterbens im Bankenbereich auszuräumen, macht Astrid Zöchling klar: "Wir treffen Kunden dort, wo sie uns brauchen – wir werden keine Digital-only-Bank, sondern fahren einen Multi-Channel-Ansatz." Natürlich werde es weiterhin Filialen geben. Die laut Imas-Umfrage derzeit 29 Prozent "Internet-Asketen" in Österreich würden nicht zwangsweise digitalisiert.

So weit zur Arbeit am Geschäftsmodell, das einerseits digital massiv angegriffen wurde, andererseits neue Modelle ermöglicht.

Chancen für Frauen?

Was aber bedeutet das für Frauen und ihre Berufschancen in diesem Bereich? Als engagierte Vertreterin der Bawag-P.S.K.-Fraueninitiative, die von Mentoring bis Weiterbildung in den vergangenen Jahren viel weitergebracht hat, nimmt Zöchling dieses Thema immer mit. In ihrem Bereich arbeiten aktuell 62 Prozent Frauen, "ein Zeichen, dass das Digitale für Frauen attraktiv ist". In den Entwicklungsfeldern der Berufsbilder Innovation, Technologie und Analytik sieht sie ein weites Feld für spannendes und herausforderndes Arbeiten. "Gleichzeitig arbeiten wir stark an Verbesserungen in der Vereinbarkeit von Beruf uns Familie." Dass derzeit rund 31 Prozent Frauen in Führungspositionen in ihrer Bank arbeiten, sieht sie schon als eine Etappe auf dem richtigen Weg.

Johannes Robier assistiert zum Thema Frauenchancen: Es gehe künftig noch mehr um Moderation zwischen Entwicklungsabteilung und Endkunden. Um Übersetzungsleistung, Vermittlung. Erfahrungsgemäß seien Frauen da mit ihren Fähigkeiten im Vorteil, meint Robier.

Auf solche Zuschreibungen mag Personalberaterin Gundi Wentner, Gründungspartnerin der Deloitte Human Capital, nicht eingehen, aber: "Ausbildung ist für mich der Schlüssel." Einen unangenehmen Befund kann sie nicht ersparen: Für Absolventen der Wirtschafts- und Technikstudien sind Banken nicht der Top-Wunscharbeitgeber. Es ist also an der Positionierung als Arbeitgeber zu arbeiten, denn wer bankaffin ist, wünsche sich Sicherheit und Work-Life-Balance und erwarte nicht unbedingt Innovation.

Robotern keine Chance lassen

Zu den Digitalisierungsängsten zitiert sie eine Studie von Deloitte gemeinsam mit der Oxford University, welche Wahrscheinlichkeiten des Jobverlustes an Roboter errechnete. Ihr zufolge würden Berufe, die soziale Interaktion, Verstehen, Helfen und Kreativität benötigen, nicht der Automatisierung zum Opfer fallen können. "Das sind riesige Chancen – und riesige Herausforderungen an die Bildungssysteme." Wentner bleibt bei der Chancensicht: Digitalisierung bedeute Bereicherung des Berufslebens und bringe den Diversitätsimperativ voran. "Kunden werden die Gewinner sein – das kritische Momentum ist, dass wir schaffen, dass Frauen die neuen Chancen im Berufsleben auch ergreifen wollen." Damit sie es auch können, geht die Handlungsaufforderung auch an die Politik und die Gestaltung der Rahmenbedingungen. (Oktober 2016, red)

Dieser Artikel ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Medienkooperation mit der Firma Bawag P.S.K. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim STANDARD.

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