SAP hebt trotz durchwachsenen Quartals Jahresprognose an

21. Oktober 2016, 08:05
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Umsatz im dritten Quartal um 8 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro gestiegen – Gewinn nach Steuern um fast ein Fünftel gesunken

Die Umstellung auf Cloudsoftware zur Miete aus dem Internet zahlt sich für den deutschen Softwarehersteller SAP mehr und mehr aus. Für das laufende Jahr wird SAP dank eines starken Wachstums im dritten Quartal optimistischer und hebt trotz eines Gewinnrückgangs seine vorsichtigen Erwartungen an Umsatz und Gewinn vom Jahresanfang leicht an.

"Alle Kennzahlen zum Geschäftsausblick tendieren zum oberen Ende der jeweiligen Bandbreite vom Jahresanfang", sagte Finanzchef Luka Mucic am Freitag in Walldorf. Wegen der zurückliegenden Entwicklung und gut gefüllter Auftragsbücher gehe er von einem starken vierten Quartal aus.

Stärkstes Quartal

Das letzte Jahresviertel ist üblicherweise das stärkste für den Softwarekonzern – wie auch in der gesamten IT-Branche. Der Grund: Kurz vor Jahresende werden Budgets ausgeschöpft und letzte Anschaffungen eingeplant.

Für das gesamte Jahr rechnet SAP nun mit einem etwas höheren Plus bei den um Währungseffekten und Sonderkosten bereinigten Erlösen aus Miet- und fest installierter Software. Sie sollen nun um 6,5 bis 8,5 Prozent steigen – ein halber Prozentpunkt mehr als bisher geplant. Auch für den bereinigten operativen Gewinn erwartet SAP nun ein stärkeres Plus als bisher – auf 6,5 bis 6,7 Mrd. Euro (Vorjahr: 6,35 Mrd. Euro). SAP rechnet für seine internen Ziele Währungseffekte und Sonderkosten heraus.

Kräftiges Plus

Aber auch ohne diese Rechenspiele konnte SAP im dritten Quartal kräftig zulegen. Die Umsätze stiegen zwischen Juli und September dank eines deutlichen Plus im Neugeschäft mit gemieteter Software (Cloud Software) um 8 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro. Das vor wenigen Jahren neu aufgebaute Geschäft wuchs um 28 Prozent und macht inzwischen gut ein Fünftel der Erlöse mit Software und Support aus. Das Altgeschäft mit Softwarelizenzen wuchs hingegen mit zwei Prozent deutlich weniger stark.

Nach Steuern verdiente die Softwareschmiede mit 725 Mio. Euro allerdings fast 20 Prozent weitaus weniger als im Vorjahr. Grund seien unter anderem aktienbasierte Gehaltsbestandteile für Mitarbeiter, die wegen des starken Aktienkurses stärker zu Buche schlagen als noch im Vorjahr. Das allein habe 300 Mio. Euro ausgemacht, sagte Mucic. Die Aktie war im dritten Quartal auf mehr als 75 Euro gestiegen – im Vorjahreszeitraum lag der Kurs noch unter 70 Euro, teilweise sogar unter 60 Euro.

Seine Belegschaft baute SAP unterdessen weiter aus – trotz des Abfindungsprogramms für 3.000 Beschäftigte im vergangenen Jahr: Mit gut 82.426 Mitarbeitern weltweit beschäftigte SAP weltweit gut 7.000 mehr als noch vor einem Jahr. (APA, 21.10.2016)

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