Verizon: Datenklau bei Yahoo hat "erheblichen Einfluss" auf Übernahme

20. Oktober 2016, 17:14
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Harte Nachverhandlungen stehen im Raum – Verizon bot 4,8 Mrd. Dollar

Der US-Telekomkonzern Verizon signalisiert wegen des Datenklaus bei Yahoo harte Nachverhandlungen über die vereinbarte Übernahme. Derzeit werde noch geprüft, was der Vorgang für die Transaktion bedeute, sagte Verizon-Finanzchef Francis Shammo am Donnerstag. Es sei zwar noch keine endgültige Entscheidung gefallen.

4,8 Milliarden Dollar für Kerngeschäft

Klar sei aber, dass der Datendiebstahl bei Yahoo "einen erheblichen Einfluss" auf den Deal haben werde. Verizon hatte mit dem Konzern vereinbart, dessen Kerngeschäft für 4,8 Mrd. Dollar (4,4 Mrd. Euro) zu kaufen. Nach Vertragsabschluss kam heraus, dass bei einem beispiellosen Hackerangriff bereits 2014 mindestens 500 Millionen Yahoo-Nutzerkonten gehackt worden waren. Analysten gehen davon aus, dass Verizon deswegen versuchen wird, den Kaufpreis zu drücken.

Der Telekomriese steht in seinem Kerngeschäft – dem Mobilfunk – unter Druck. Kleinere Konkurrenten wie die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile und Sprint machen dem Konzern mit einem Preiskrieg Kunden abspenstig. Verizons Umsatz schrumpfte deshalb im dritten Quartal um 6,7 Prozent auf knapp 31 Mrd. Dollar, womit die Markterwartungen verfehlt wurden.

Umsatzsteigerung bei Yahoo

Wegen der verschärften Konkurrenz schaut sich der Konzern nach anderen Geschäftsfeldern um und hat dabei Yahoo ins Visier genommen. Der Internetpionier konnte im abgelaufenen Quartal Gewinn und Umsatz überraschend deutlich steigern. Das deutete darauf hin, dass dem Unternehmen die Kunden nach Bekanntwerden des Datenklaus zumindest nicht sofort in Scharen davongelaufen sind.

An der Wall Street tendierten Yahoo-Aktien ein Prozent im Minus. Verizons Zwischenbericht wurde von den Anlegern mit Enttäuschung aufgenommen: Der Kurs lag zwei Prozent tiefer. (Reuters/APA, 20.10.2016)

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