Bank Austria: Mehrheit der Abgangswilligen darf gehen

20. Oktober 2016, 17:45
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Laut dem STANDARD vorliegenden Informationen haben sich 2.750 Mitarbeiter für das Abschiedsprogramm angemeldet – nicht alle lässt die Bank ziehen

Wien – Der Stellenabbau in der Bank Austria nimmt seinen Lauf. Seit Donnerstag (20. Oktober) übergeben und erläutern die Bereichsleiter allen Mitarbeitern, die sich zu ihrem Ausscheiden bereiterklärt haben, die Antwortbriefe ihres Arbeitgebers. Die Antwort lautet im Großteil der Fälle: ja. Die Leute werden also zu den ihnen vorgeschlagenen Bedingungen den Hut nehmen. Ein BA-Sprecher dazu: "Das Management hat die Mehrheit der Mitarbeiterangebote zur einvernehmlichen Auflösung ihres Dienstverhältnisses angenommen." 959 von ihnen werden bis Ende 2017 gehen, sie sind ja bereits im Frühwarnsystem des Arbeitsmarktservice gemeldet.

In Summe haben sich laut STANDARD-Informationen rund 2.750 Mitarbeiter für das Abschiedsprogramm gemeldet, inklusive Mitarbeitern der Unicredit-eigenen IT-Gesellschaft Ubis. Die BA, Tochter der italienischen Unicredit, bestätigt diese Zahlen nicht. Wie berichtet können die Mitarbeiter ihren Abschied von der Bank auf bis zu acht Jahre verteilen, die höchste freiwillige Abfertigung beträgt vier Jahresgehälter (für langgediente, unkündbare Mitarbeiter). Wie viele Beschäftigte die BA ab 2018 (also über die bestätigten 959 hinaus) ziehen lassen wird, kommuniziert sie nicht. Angeblich sind es rund 800 bis 1.000 – summa summarum wären das also bis zu 2.000 Abgänge.

Geschäftsbetrieb aufrechterhalten

Die übrigen Banker, die sich zur Verabschiedung angemeldet haben, müssen bleiben – das Institut braucht sie, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und alle gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Das hat der Vorstand dieser Tage allen Mitarbeitern auch schriftlich mitgeteilt; die Unruhe bei den Betroffenen soll recht groß sein.

Leisten kann sich das Institut diesen starken personellen Aderlass. Zwar sollen die 450 Millionen Euro, die fürs Golden-Hand-shake-Programm reserviert sind, nicht reichen, aber angeblich dürfen die Österreicher nun mehr dafür ausgeben. Notabene: Die Bank Austria dementiert dieses hartnäckige Gerücht.

Offen ist, wie das Management mit jenen hunderten Abgangswilligen umgehen wird, die bleiben müssen. Da werde man einen "Modus Vivendi" finden müssen, meint ein Banker trocken. (Renate Graber, 20.10.2016)

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