Smartphones, Streaming, selbstfahrendes Auto: LeEco startet in den USA

20. Oktober 2016, 15:08
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Auch Fernseher und smartes Rad – Unternehmen liefert mit Vorstellungsreigen Angriff auf zahlreiche Konkurrenten

Das chinesische Unternehmen LeEco hat seinen schon länger angekündigten Marktstart in den USA vollzogen. Dabei setzt man nicht auf eine vorsichtige Strategie, wie etwa Xiaomi, das mit dem Verkauf von Accessoirs begonnen hat, sondern hat einen ganzen Reigen an Produkten vorgestellt.

Streaming-Dienst

Gestartet war LeEco einst unter dem Namen LeTV als Anbieter von Videostreaming, was dem Konzern auch den Beinamen "das Netflix Chinas" beschert hat. Man fährt auch weiterhin auf der Dienstleistungsschiene. Die neue Streaming-Plattform lautet, wie der Firmenname "LeEco" und wird von zahlreichen Partnern bedient.

An Bord sind etwa die Filmstudios MGM und Lionsgate, Medien wie Cosmopolitan und Vice oder Web-Channels wie Machinima. Große Sportliegen oder wichtige Player aus dem TV-Geschäft, etwa "Game of Thrones"-Produzent HBO, fehlen allerdings.

foto: leeco
LeEco uMax 85

4K-TV mit 85 Zoll

Passend dazu stellte man auch ein Sortiment an UltraHD-Fernsehern vor. Flaggschiff ist das Modell uMax85. Das Gerät beherrscht neben 4K-Auflösung auf 85 Zoll auch noch beide HDR-Standards und soll durch zonenbasierte Helligkeitsregelung schönere Kontraste und gleichmäßigere Beleuchtung liefern. Eine Technologie namens "Fluid Motion" soll besonders Spielern und Sportfans entgegenkommen.

Unter der Haube werkt ein Quadcore-Prozessor mit vier GB RAM, der die Basis für diverse SmartTV-Features legt. Der uMax 85 bringt außerdem 64 GB Onboardspeicher mit und kann sich mit 802.11ac-WLANs und per Bluetooth 4.1 verbinden. Die integrierten Lautsprecher wurden von Harman/Kardon gestaltet. Verkauft wird das Gerät um 5.000 Dollar, wobei schnelle Vorbesteller einen Nachlass auf 4.000 Dollar erhalten.

Daneben bringt man auch die eigene Super4 X UHD-Reihe in die USA. Die Geräte bieten etwas langsamere Displays, weniger Arbeits- und Onboardspeicher und unterstützen Dolby Vision nicht. Sie werden in Größen von 65, 55 und 43 für 1.400, 900 und 650 Dollar zu haben sein. Vorinstalliert sind Apps wie Netflix und Youtube, aber auch Zugang zum eigenen Streaming-Angebot.

foto: leeco
Le Pro3

Le Pro3

Viel Interesse gab es auch an den Smartphones, dem Le Pro3 und dem Le S3. Ersteres liefert eine Hardwareausstattung, die sich am Papier beinahe mit Googles Pixel messen kann. Es bietet einen 5,5-Zoll-Bildschirm (1.920 x 1.080) und ein Aluminiumgehäuse, in dem Qualcomms aktueller Snapdragon 821 zum Einsatz kommt. Es gibt vier GB Arbeitsspeicher und 64 GB an Platz für eigene Inhalte.

Dabei ist auch eine 16-Megapixel-Kamera mit PDAF und Dual-Tone-Blitz auf der Rückseite, sowie eine Kamera mit acht Megapixel an der Front. Das Handy beherrscht LTE (Cat 12/13), ac-WLAN, Bluetooth 4.2, NFC und kommt mit einem Infrarot-Modul für Fernsteuerungsfunktionen. Außerdem kann es mit zwei Nano-SIM-Karten umgehen.

Punkten soll es mit langer Akkulaufzeit. Die fest integrierte Batterie fasst üppige 4.070 mAh und kann dank Quick Charge 3.0-Support schnell aufgeladen werden. Als Lade- und Speicheranschluss dient ein USB 2.0-Typ-C-Port. Vorinstalliert ist Android 6.0 mit LeEcos eigener "EUI"-Oberfläche. Der Preis von 399 Dollar, der für Vorbesteller temporär um 100 Dollar herabgesetzt wird, ist als Kampfansage zu sehen.

Le S3

Das Le S3 siedelt sich in der Mittelklasse an und läuft mit dem Snapdragon 652. Hier findet man drei GB RAM und 32 GB Speicher und einen 3.000 mAh-Akku. Die restlichen Spezifikationen sind praktisch ident. Lediglich bei Blueooth (4.1) und LTE (Cat 7) werden nur etwas ältere Standards unterstützt. Für dieses Handy wird LeEco 249 Dollar verlangen. Der reguläre Verkauf der Geräte beginnt am 2. November über den eigenen Webshop des Konzerns, LeMall.

foto: leeco
Le S3

Explore VR

Für die neuen Smartphones ausgelegt ist außerdem auch ein VR-Headset namens ExploreVR. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass es ohne konventionelle Trageschlaufen auskommt. Stattdessen soll eine eigene Konstruktion mit speziellem Schaum dafür sorgen, dass das Gerät gut und bequem am Kopf anliegt.

Die Brille bringt zusätzliche Sensoren und Steuerungselemente mit und funktioniert ähnlich wie Samsungs GearVR. Wann und zu welchem Preis sie in den USA aufschlagen wird, ist noch nicht bekannt.

foto: leeco
ExploreVR

LeSee

Doch man dringt nicht nur in die Domäne von Apple und Samsung vor. Auch Tesla muss offenbar mit Konkurrenz aus China rechnen. In Form des LeSee stellte man ein elektrisches, selbstfahrendes Konzeptauto vor. Das Auto soll nicht nur eigenständig durch den Verkehr finden, sondern über Karosserie-Displays auch nach außen hin signalisieren, ob gerade der Computer oder der Fahrer lenkt.

Angaben darüber, wann ein Serienmodell folgen wird, gibt es noch nicht. Interessant ist allerdings, dass LeEco auch an Faraday Future beteiligt ist, einem mysteriösen Autohersteller dem Verbindungen zu Apple nachgesagt werden.

foto: leeco
LeSee

Super Bike

Auch ein smartes Fahrrad hatte LeEco im Gepäck. Das "Super Bike" bringt einen integrierten Computer mit dem Android-basierten BikeOS und Touchscreen mit, verfügt über GPS, kann sich mit Funknetzen verbinden und hat eine eigene Hinterradsperre, die der Nutzer aus der Ferne auslösen kann. Es gibt auch einen Fingerabdruckscanner und ein Alarmsystem, sowie Steuertasten für Multimedia und Blinker am Lenkergriff.

Das Rad soll auch in den USA erhältlich werden, Termin und Preis gibt es aber noch nicht. In China kostet es umgerechnet 800 Dollar, schreibt The Verge.

foto: leeco
Super Bike

Neben seinen Produkten richtet LeEco in den USA auch eine eigene Firmenzentrale ein. Diese entsteht auf rund 20 Hektar im kalifornischen Santa Clara auf einem ehemaligen Yahoo-Grundstück. (gpi, 20.10.2016)

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