Wie sich die Klimarisiken ärmerer Länder verringern lassen

21. Oktober 2016, 10:00
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Forscher des IIASA schlagen Unterstützung für Schutz- und Anpassungsmaßnahmen vor

Laxenburg – Selbst wenn der Klimawandel mit zwei Grad globaler Erwärmung im Rahmen bleibt, bringt er vor allem jenen ärmeren Ländern vermehrt Schäden und Risiken, die am wenigsten zur Erwärmung beigetragen haben. Die Hauptverursacher sagten Unterstützung zu – wie diese aussehen soll, ist aber unklar. Österreichische Forscher schlagen im Fachblatt "Science" konkrete Maßnahmen gegen Klimarisiken in solchen Ländern vor.

"Zum Beispiel auf Inselstaaten wie Kiribati und Fidschi haben die Menschen schon heute große Probleme und verlangen Kompensationszahlungen für die Schäden durch den Klimawandel", erklärte Reinhard Mechler vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg. Durch den Meeresspiegelanstieg und häufigere Extremereignisse sind sie etwa vermehrt Überflutungen und Wirbelstürmen ausgeliefert. Die großen Treibhausgas-Emittenten gestehen zwar Probleme ein, sind aber nicht zu Kompensationszahlungen bereit. Einerseits wären riesige Summen fällig, andererseits lösen sie die Probleme nicht wirklich.

Kurative und transformative Maßnahmen

Viel größer sei die Bereitschaft, die Anpassung an die nicht vermeidbaren Folgen des Klimawandels zu stärken. Mit seinem Kollegen Thomas Schinko hat Mechler nun Vorschläge und ein Rahmenwerk erarbeitet, wie die genauen Risiken ermittelt und die Verantwortlichkeit der großen Emittenten berücksichtigt werden könnte.

Dazu schlagen sie zwei Maßnahmenbündel vor: Einerseits "kurative Maßnahmen", wie zum Beispiel einen ausreichend dimensionierten, international finanzierten Hochwasserschutz in bedrohten Küstengebieten, aber auch Hilfe bei Migration aus besonders gefährdeten Gebieten. Zweitens Unterstützung bei "transformativen Maßnahmen", wenn etwa die Menschen dort von der Landwirtschaft in den Dienstleistungssektor wechseln wollen. Außerdem fordern sie eine von den Industrienationen finanzierte Versicherung, die Klimaschäden in ärmeren Ländern kompensiert und Anpassungsmaßnahmen finanziert. (APA, 2. 010. 2016)

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