Syrer in Deutschland wegen Kriegsverbrechen vor Gericht

20. Oktober 2016, 13:03
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Prozess in Stuttgart wegen Entführung eines UNO-Mitarbeiters

Stuttgart – Wegen Beteiligung an der Entführung eines UNO-Mitarbeiters in Syrien muss sich seit Donnerstag ein 25 Jahre alter Syrer vor dem Oberlandesgericht Stuttgart verantworten. Die deutsche Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten unter anderem ein Kriegsverbrechen gegen humanitäre Operationen, erpresserischen Menschenraub sowie Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland vor.

Für den Prozess wurden zunächst 29 Verhandlungstage angesetzt. Der UNO-Mitarbeiter wurde laut Anklage der Bundesanwaltschaft im Februar 2013 in der Nähe von Damaskus entführt. Der der extremistischen Al-Nusra-Front zugerechnete Angeklagte Suliman Al-S., der im Jänner festgenommen wurde und seitdem in Untersuchungshaft sitzt, soll von März bis Juni 2013 an der Bewachung des Mannes beteiligt gewesen sein. Ihm drohen nun bis zu zehn Jahre Haft.

Die Al-Nusra-Front hatte Lösegeldforderungen an die Vereinten Nationen, die kanadische Regierung sowie die Familie des Entführten gerichtet, die laut Bundesanwaltschaft allerdings allesamt erfolglos blieben. Der UNO-Mitarbeiter konnte sich im Oktober 2013 selbst befreien. (APA, 20.10.2016)

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