ARD nennt AfD nicht mehr permanent "rechtspopulistisch"

20. Oktober 2016, 12:40
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Teile des Publikums hätten diese Einordnung als "Versuch einer Bevormundung" empfunden, so ARD-Chefredakteur Gniffke

Die "Tagesschau" der ARD wird die Partei AfD nicht mehr bei jeder Nennung als "rechtspopulistisch" bezeichnen. Das sagte ARD-Chefredakteur Kai Gniffke kürzlich bei einer Podiumsdiskussion auf dem Evangelischen Medienkongress. Am Mittwoch präzisierte Gniffke, dass seine Redaktion in der künftigen Berichterstattung nicht generell auf den Begriff "rechtspopulistisch" verzichten werde, sondern ihn nur nicht mehr bei jeder Erwähnung der Partei verwenden werde.

In einem Blogeintrag schreibt Gniffke: Es sei "weiterhin korrekt, im Zusammenhang mit der AfD von 'rechtspopulistisch' bzw. 'Rechtspopulisten' zu sprechen." Aber: "Hintergrund dieser Vorgehensweise ist die Tatsache, dass die AfD nicht zuletzt aufgrund der zurückliegenden Landtagswahlen einen solch hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat, dass es der permanenten Einordnung durch dieses Attribut nicht mehr bedarf, um den Zuschauerinnen und Zuschauern eine Orientierung zu ermöglichen."

Teile des Publikums hätten die "permanente Nennung der 'rechtspopulistischen AfD' als Versuch einer Bevormundung empfunden", so Gniffke.

Erfreut über den Kurswechsel der ARD ist naturgemäß die AfD: "Die 'Tagesschau' erkennt AfD als demokratisch legtimierte Partei an", schrieb etwa die AfD-Vorsitzende Frauke Petry auf ihrer Facebookseite. (red, 20.10.2016)

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