VW könnte 3,7 Milliarden Euro zusätzlich sparen

20. Oktober 2016, 12:38
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Laut Insidern könnte der Sparstift noch stärker angesetzt werden

Wolfsburg – In den Verhandlungen über den Umbau des deutschen Konzerns Volkswagen strebt Markenchef Herbert Diess nach Informationen aus Verhandlungskreisen zusätzliche Einsparungen von 3,7 Mrd. Euro an. "Es gibt eine Zahl, die heißt 3,7 Mrd. Euro bis 2021", sagte eine mit den Beratungen vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein zweiter Insider bestätigte, bei den 3,7 Mrd. Euro handle es sich um neue Effizienzsteigerungen über das seit zwei Jahren laufende Programm "Future Tracks" hinaus. Dieses sah eine Senkung der jährlichen Kosten um 5 Mrd. Euro ab 2017 vor. Davon sei jedoch erst grob die Hälfte realisiert, erklärten beide Insider. Von den 3,7 Mrd. Euro sollten drei Milliarden in Deutschland eingespart werden, der Rest bei den Standorten im Ausland.

Diess wolle mit dieser Größenordnung eine operative Rendite bei der Kernmarke VW von vier Prozent bis 2020 erreichen, hieß es weiter. Derzeit steckten die Verhandlungen jedoch fest, weil sich keine Seite bewege. Das Management wolle Zusagen zur Investitionsplanung nur machen, wenn die Arbeitnehmer zu dem Einsparvolumen bereit seien. Der Betriebsrat wiederum pocht dafür auf konkrete Festlegungen für Investitionen und Beschäftigung, wie er auch in einem Brief an die Belegschaft erklärte. Derzeit werden die Mitarbeiter auf einer Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg über den Stand der Gespräche informiert.

40-Stunden-Woche für Ingenieure

Diess brachte zudem für Tausende Fachkräfte des Autobauers eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit um 14 Prozent ins Spiel gebracht. Diess sprach bei der Betriebsversammlung im Wolfsburger Stammwerk am Donnerstag von einer 40-Stunden-Woche für die Mitarbeiter in der Technischen Entwicklung (TE). Bisher gilt für sie laut VW-Haustarif in aller Regel eine 35-Stunden-Woche.

Details zu der Diess-Aussage waren zunächst nicht zu erfahren – das Treffen in Wolfsburg war nicht öffentlich. Fraglich ist etwa, ob Diess die 40-Stunden-Woche als eine Forderung oder als eine Option nannte, ob er damit Lohnausgleich verknüpft sehen will oder nicht und an welchen Zeithorizont er denkt. Der VW-Haustarif läuft noch gut ein Jahr. Der VW-Betriebsrat hatte zuletzt mehrfach betont, bestehende Regelungen wie das Tarifwerk stünden nicht zur Debatte. (APA/Reuters, 20.20.2016)

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