Doskozil will auf Heldenplatz neues Denkmal schaffen

20. Oktober 2016, 11:30
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Für Soldaten, die im Einsatz für die Zweite Republik gestorben sind – und noch sterben werden

Wien – Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) will laut Ö1-"Morgenjournal" auf dem Wiener Heldenplatz einen neuen Gedenkort schaffen – und zwar für jene Soldaten des Bundesheers, die im Einsatz für die Zweite Republik gestorben sind und noch sterben werden, wie es das Konzept vorsieht. Geplanter Kostenpunkt: mehr als eine Million Euro.

Den Grünen Harald Walser stören nicht nur die anvisierten Kosten. Er sagte auf Ö1: "Das ist eine Summe, die weit über dem liegt, was Denkmäler normalerweise kosten." Dazu wird als Beispiel in dem Konzept ein Memorial im australischen Sydney genannt, das aus haushohen Granaten besteht. Für das Denkmal ist freilich ein Künstlerwettbewerb auszuschreiben. Walser sieht darin allerdings jetzt schon einen Kontrast zum Deserteursdenkmal auf dem Ballhausplatz – und der Heldenplatz sei ohnehin schon sehr militärisch ausgerichtet.

"Längst überfällig"

Einen Beschluss dazu soll es in der kommenden Woche im Ministerrat geben, sagte ein Sprecher am Donnerstag der APA. Die Gedenkstätte soll laut Verteidigungsministerium als "Identifikationssymbol für alle Soldatinnen und Soldaten" dienen. Doskozil: "Das Bundesheer der Zweiten Republik hat ein Denkmal verdient. Die Soldatinnen und Soldaten der Zweiten Republik haben bisher enorm viel für Österreich und bei Friedensmissionen im Ausland geleistet." Allein 52 Angehörige des Bundesheers seien bei Auslandseinsätzen gestorben, daher sei die Errichtung einer Gedenkstätte "längst überfällig".

Im Frühling 2017 soll eine Fachjury aus nationalen und internationalen Künstlern und Experten über die eingereichten Entwürfe entscheiden. Die Fertigstellung ist für Herbst 2018 geplant, die Kosten für das Denkmal selbst beziffert das Verteidigungsressort laut APA nur mit 240.000 Euro. Etwaige anfallende Kosten im Umfeld des vorgesehenen Platzes, etwa ein barrierefreier Zugang, können die Kosten aber noch erhöhen, heißt es aus dem Ministerium.

Bures und Hofer begrüßen Pläne

Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) und FPÖ-Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer begrüßen die geplante Errichtung eines Bundesheerdenkmals auf dem Wiener Heldenplatz. Für Bures ist die grundsätzliche Idee eines solchen Vorhabens eine, "die ich nachvollziehen kann", sagte sie am Donnerstag.

Hofer sprach von einer Aufwertung des Bundesheeres unter Minister Hans Peter Doskozil (SPÖ). Die Soldaten hätten immer vielfältigere Aufgaben, verwies Bures am Rande einer Pressekonferenz etwa auf deren Einsatz bei Naturkatastrophen oder Friedensmissionen im Ausland. Auch in Zeiten des Friedens hätten Soldaten ihr Leben verloren, zum Beispiel im Auslandseinsatz, und es gehe um Erinnerung und Wertschätzung. Wie viel das Denkmal kostet, sei prinzipiell Sache des Verteidigungsbudgets.

"Unsere Soldaten haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Großartiges für unser Land geleistet, sei es bei friedenssichernden Missionen im Ausland oder bei Katastrophenfällen im eigenen Land", meinte Hofer via Aussendung. Daher verdienten diese es auch, "für ihren Einsatz und ihre Leistungen für unsere Heimat Österreich an einem zentralen Gedenkort eine entsprechende Würdigung zu erfahren". (APA, nw, 20.10.2016)

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