US-Wahlkampf: Das Tool Wikileaks

Einserkastl19. Oktober 2016, 17:46
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Ecuador hat Julian Assange das Internet abgedreht. Begründung: die Einmischung von Wikileaks in den US-Wahlkampf

Es gibt den Vorwurf, dass Wikileaks inzwischen zu einem Tool des russischen Geheimdienstes geworden ist. Bewiesen ist nichts, Wikileaks dementiert.

Aber: Die Aufdeckerorganisation veröffentlicht massenweise E-Mails von Hillary Clinton und ihrem Wahlkampfleiter John Podesta. Diese wiederum stammen nach Angaben der US-Regierung von russischen Regierungshackern. Wladimir Putin hätte lieber Donald Trump als Gegenüber.

Die Enthüllungen beschränkten sich darauf, dass Clinton teure Vorträge vor Wall-Street-Insidern hielt; unangenehm, aber nicht vernichtend. Im Juli behauptete Wikileaks-Gründer Julian Assange jedoch, er habe E-Mails, die bewiesen, dass Clinton als Außenministerin Waffen an den "Islamischen Staat" geliefert habe. Dies wurde von rechtsextremen Websites aufgegriffen, aber die angeblichen Beweis-Mails wurden nie veröffentlicht. Eine klassische Verschwörungstheorie liegt nahe.

Nun hat Ecuador aber Julian Assange, der seit vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London Asyl genießt, das Internet abgedreht. Begründung: die Einmischung von Wikileaks in den US-Wahlkampf.

Haben die USA Druck auf den Andenstaat ausgeübt? Der Präsident von Ecuador, Rafael Correa, ist ein Linkspopulist und scharfer US-Kritiker. Möglicherweise graut aber auch einem solchen davor, dass Donald Trump mithilfe von Wikileaks US-Präsident wird. (Hans Rauscher, 19.10.2016)

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