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    Ohne Internet geht nichts mehr

    20. Oktober 2016, 09:39

    Vernetzung und flexible Bandbreite als Basis für die digitale Transformation. Ein Expertenkommentar von Claus Haiden, Vice President Telecommunications, T-Systems Austria.

    Lange gab es nur eine fixe Königin unter den Firmennetzwerken: MPLS (Multi-Protocol Label Switching) als internet-basierte Technologie, am häufigsten genutzt in Wide Area Networks (WAN) – bedingt durch die hohe, garantierte Übertragungsleistung und Sicherheit. Heute stehen diese klassischen Netzwerke vor neuen Herausforderungen. Einerseits steigen die Datenmengen in Firmennetzen, jede Anwendung stellt andere Anforderungen an das Netz – ohne Internet geht nichts mehr.

    Cloud Computing, vernetzte Maschinen und Produkte sowie digitale Zusammenarbeit führen zu immer mehr Datentransfer über die Firmennetze. Wollen Unternehmen dennoch dieselbe Netzqualität wie zuvor, müssen sie Bandbreite hinzubuchen – und das kostet. Gleichzeitig wächst mit Voice over IP (VoIP), Cloud-Angeboten und mobilem Netzzugriff die Vielfalt der Anwendungen und Anforderungen an die Datenübertragung. Parallel benötigen die Daten für die Sprachübertragung per VoIP im WAN geringe Latenzzeiten.

    Die Zukunft gehört hybriden Netzen

    Auf dem Vormarsch sind Virtual Private Networks (VPN) per Internet. Sie vernetzen Maschinen, Fahrzeuge und Produkte und verbinden Public Clouds und mobile Nutzer mit dem Firmennetz, sind fast überall verfügbar und kosten weniger als MPLS-Verbindungen. Allerdings erreichen sie bei weitem nicht deren Qualität, weil sie keine Verkehrs-Priorisierung zulassen. Gerade eine hohe Netzauslastung kann die Übertragung verlangsamen, besonders international.

    Hierbei wirken sich Faktoren wie Leitungslänge und deren Technologie, Kupfer oder Glasfaser, stärker aus als bei MPLS. Weder ein reines MPLS-Netz noch ein Internet-VPN erfüllen daher wirklich alle Anforderungen von Unternehmen, daher benötigen Firmennetze der Zukunft einen hybriden Ansatz. Das MPLS-Netz dient weiter als Backbone und für den Zugang bieten Internet-VPNs eine Alternative, meist auf gesicherten Tunneln (IP-Sec).

    Je nach Anforderung oder Verfügbarkeit ist die Anbindungsart dann unterschiedlich: nur über MPLS, nur per Internet oder beides. Marktforscher von Radiant Insights bilanzieren in einer aktuellen Studie, dass der Einsatz von MPLS-IP-VPN-Diensten voraussichtlich durch das Zusammenführen von Video, Sprache und Daten auf einer Plattform und die Fähigkeit, skalierbare Bandbreiten bereitzustellen, steigen wird.

    • Claus Haiden, Vice President Telecommunications, T-Systems Austria
      foto: economy

      Claus Haiden, Vice President Telecommunications, T-Systems Austria

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