CSU attackiert SPD-Chef Gabriel wegen rot-rot-grünen Treffens

19. Oktober 2016, 13:44
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Dinge, "wo man, wenn man Anstand hätte, eigentlich den Dienst quittieren müsste"

München – Die CSU hat den Auftritt von Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel beim Treffen von Abgeordneten von SPD, Linkspartei und Grünen scharf kritisiert. Das seien Dinge, "wo man, wenn man Anstand hätte, eigentlich den Dienst quittieren müsste", sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin.

Es sei zwar üblich, dass sich Parlamentarier auch parteiübergreifend träfen. Aber dieses Treffen von knapp 100 Abgeordneten habe im Bundestag und eben nicht in einer Kneipe stattgefunden, und vor allem sei der SPD-Chef dabei aufgetreten. "Als Vizekanzler geht man zu so einem Treffen nicht", kritisierte der CSU-Politiker. Es sei nun klar, dass die SPD ein rot-rot-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl 2017 anstrebe.

Neues Treffen geplant

Scheuer warnte auch in Bezug auf andere Treffen wie etwa Gespräche schwarz-grüner Abgeordneter davor, den Eindruck zu erwecken, man wollen andere Koalitionen vorbereiten. "Das ist das völlig falsche Signal", sagte er. Anfang November wollen sich wieder Parlamentarier von Grünen und der Union zu informellen Gesprächen im Rahmen der sogenannten Pizza Connection treffen.

Scheuer erklärte zugleich, dass CDU und CSU in den vergangenen Wochen ihre Reihen wieder weitgehend geschlossen hätten. Es gebe zwar noch Differenzen etwa über die Obergrenze für Flüchtlinge oder bei der Rentenpolitik. "Aber wir haben eine sehr, sehr gute Entwicklung", sagte der CSU-Generalsekretär. Es sei aber noch nicht entschieden, ob Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel zum CSU-Parteitag Anfang November eingeladen werde. (Reuters, 19.10.2016)

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