TÜV Austria vergab Wissenschaftspreise an fünf Projekte

19. Oktober 2016, 10:55
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Fünfte Ausgabe des Preises, der mit 15.000 Euro dotiert ist

Wien – Von der energieautarken Verkehrsbeeinflussungsanlage über Pipeline-Prüfsysteme bis zum "bionischen" Roboter-Regenwurm: Der Prüf- und Zertifizierungsdienstleister TÜV Austria hat Dienstagabend seinen diesjährigen, mit 15.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis an fünf Projekte aus den Bereichen Universitäten/Fachhochschulen, HTLs und Unternehmenspraxis sowie einen Publikumspreis verliehen.

Zwischen 2012 und 2016 wurden insgesamt 27 Projekte mit 56 Preisträgern aus mehr als 200 Einreichungen ausgezeichnet. Für die diesjährige fünfte Ausgabe des Wissenschaftspreises wurden 60 Projekte eingereicht. Laut TÜV Austria-CEO Stefan Haas wurde die Einladung, sich am diesjährigen Wettbewerb zu beteiligen, "großartig angenommen": "Nicht nur von der Quantität der Einreichungen, sondern vor allem von der Qualität der Arbeiten, den Lösungsmöglichkeiten, Zukunftsperspektiven, innovativen Einfällen, dem Nachhaltigkeitsgedanken und vielem mehr."

Hochschulen

In der Kategorie "Universitäten/Fachhochschulen" gab es zwei Auszeichnungen. Walter Ochensberger vom Erich Schmid Institut für Materialwissenschaft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wurde für seine Dissertation an der Montanuniversität Leoben geehrt. Mit Hilfe einer neuen numerischen Methode für die "Charakterisierung von Ermüdungsrisswachstum in elastoplastischen Materialien" soll die Lebensdauer zyklisch belasteter Bauteile im Maschinenbau genau vorhersagbar werden. Die Motivation, im Bereich der Materialermüdung zu forschen, sei durch die Zugkatastrophe im niedersächsischen Eschede entstanden, als ein ICE wegen eines gebrochenen Radreifens entgleiste und 101 Menschen starben, so Ochensberger bei der Preisverleihung.

Michael Muffat vom Institut für Elektrische Anlagen der Technischen Universität (TU) Graz erhielt den Preis für seine Masterarbeit "Modellierung und Messung der elektrischen Parameter von Pipelines". Muffat untersuchte dabei theoretische Modelle, die Probleme mit sogenannten Berührungsspannungen von Hochspannungsleitungen oder Korrosion im Zusammenhang mit Pipelines thematisierten, in der Praxis. Mit den gewonnenen Erkenntnissen könnte die Lebensdauer von Pipelines erhöht werden, so Muffat.

Schulprojekte

Ebenfalls zwei Auszeichnungen wurden in der Kategorie "HTL-Abschlussarbeiten" vergeben. Ein Team der HTL Wien 10 setzte im Rahmen einer Diplomarbeit ein Projekt aus dem Bereich Bionik um, also den Bau eines technischen Modells nach dem Vorbild der Natur. Die Schüler konzipierten und bauten einen einem Regenwurm nachempfundenen Roboter mit beweglichen Ringelementen, der künftig für Inspektionsarbeiten, archäologische Ausgrabungen oder Katastropheneinsätze genützt werden könnte.

Ein Diplomarbeitsprojekt der HTBLVA Salzburg wurde für die Entwicklung eines Antriebssystems und einer Motoransteuerung für das Elektrofahrzeug "Scorpion" vor den Vorhang geholt. Das Team entwickelte sowohl eine straßentaugliche als auch eine Renn-Variante des Boliden, dessen besondere Stärke der niedrige Energieverbrauch sei.

Weitere Preise

In der Kategorie "Unternehmenspraxis" wurden Mehmet Akif Gümüser und Thomas Greiner von der Asfinag Bau Management GmbH für die "erste und momentan einzige" Verkehrsbeeinflussungsanlage in Österreich ausgezeichnet, die mit photovoltaischer Energie versorgt wird. Überflüssige Energie der Anlage auf der A23 wird ins Netz eingespeist.

Der Publikumspreis ging recht eindeutig an das Diplomarbeitsprojekt von Raphael Scharf von der HTL Wolfsberg, das die Ökologisierung der Energiebilanz eines Einfamilienhauses mit Hilfe einer Kleinwindkraftanlage zum Ziel hatte. (APA, 19. 10. 2016)


Der TÜV Austria Wissenschaftspreis geht 2017 in seine 6. Auflage, Einreichungen sind ab sofort bis 30. Juni unter wissenschaftspreis@tuv.at möglich. Weitere Informationen:

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