Zwei Festnahmen nach Fund von Folteropfern in Mexiko

19. Oktober 2016, 07:41
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Opfern von Drogenbande waren die Hände abgeschlagen worden

Guadalajara – Nach dem Fund von sechs Folteropfern mit abgeschlagenen Händen im Westen von Mexiko sind zwei Verdächtige festgenommen worden. Wie ein Justizvertreter mitteilte, wurden die beiden Mexikaner, ein Mann und eine Frau, am Dienstag (Ortszeit) in einem Haus in der Ortschaft San Martin de las Flores in Tlaquepaque aufgespürt.

Dort waren am Montag auch die sechs Gewaltopfer sowie die Leiche eines Mannes gefunden worden. Der ermittelnde Staatsanwalt Eduardo Almaguer Ramirez sagte bei einer Pressekonferenz, dass die Gewalttaten in Verbindung mit dem Drogenhandel der Region standen. Nach Aussagen der Opfer, denen das Wort "Dieb" auf die Stirn geschrieben worden war, hatten sie eine Zahlung für den Drogenverkauf verweigert. Deshalb und als Abschreckung für andere seien den sechs Menschen die Hände abgeschlagen worden.

Raub, Übergriffe, Suchtgift

Der Justiz zufolge waren sowohl die sechs Folteropfer als auch der Getötete den Strafbehörden wegen Delikten wie Raub, Übergriffen und Drogenhandel bekannt. Der Gesundheitszustand der Gewaltopfer war am Montag schlecht – ihre Armstümpfe waren nur in Plastik eingewickelt, außerdem zeigten sie Folterspuren.

Die Gewalt in dem an der Pazifikküste gelegenen westmexikanischen Bundesstaat Jalisco, in dem Tlaquepaque liegt, hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Schuld daran trägt unter anderem die relativ neue Drogen- und Waffenhändlergang Jalisco Nueva Generacion, eines der brutalsten und mächtigsten Kartelle Mexikos. (APA, 19.10.2016)

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