Kosmische Zeitreise durch 13,8 Milliarden Jahre

20. Oktober 2016, 07:00
8 Postings

Die Ausstellung "Wie alles begann" im Naturhistorischen Museum Wien zur Entwicklung des Universums

Wien – Sind wir alleine im Universum? Was ist "nichts"? Wie kam Leben auf die Erde? – Es sind grundlegende Fragen, mit denen die Ausstellung "Wie alles begann – Von Galaxien, Quarks und Kollisionen", die ab heute Mittwoch, im Naturhistorischen Museum (NHM) in Wien zu sehen ist, ihre Besucher empfängt. Auf manche dieser Fragen gibt die Schau, die noch bis 1. Mai 2017 läuft, auch eine Antwort.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Wiener Instituts für Hochenergiephysik (Hephy) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, wurde die Schau in Zusammenarbeit von NHM und dem Hephy organisiert.

Ein blauer Zeitstreifen führt wie ein roter Faden durch die Ausstellung. Beginnend bei 13,8 Milliarden Jahren nach dem Urknall bewegt man sich in der Zeit zurück bis zum Big Bang. Der Weg dorthin ist gesäumt von wissenschaftlichen Exponaten wie ein Decken-füllendes Panorama unserer Heimatgalaxie, ein Modell des Weltraumteleskops Hubble oder einer kosmischen Funkenkammer, mit der Elementarteilchen detektiert werden können.

Beinahe wie am Cern

Eine Fotografie des Innenlebens des Compact-Muon-Solenoid-Experiments (CMS) am Kernforschungszentrum Cern des österreichischen Physikers und Fotografen Michael Hoch wurde fast in Orginalgröße im NHM reproduziert, was einen beinahe glauben lässt, man steht im unterirdischen Beschleunigerring des Large-Hardon-Colliders (LHC) bei Genf.

Interaktive Stationen laden ein, mit Protonen Fußball zu spielen, um eine Teilchenkollision zu erzeugen, oder sich an das Rätsel, warum es mehr Materie als Anti-Materie gibt, heranzutasten.

Neben wissenschaftlichen Perspektiven werden in der Schau künstlerische Positionen zur Entstehungsgeschichte des Universums gezeigt. So bildet das Herz der Ausstellung eine Installation der Künstlerin Brigitte Kowanz, Professor an der Universität für Angewandte Kunst, zum Urknall.

Die Exponate sind zwar gut beschildert, ein persönlicher Guide lohnt sich trotzdem, damit nicht zu viele fundamentale Fragen unbeantwortet bleiben. Bis ins Frühjahr begleitet ein Rahmenprogramm die vom Wissenschaftsministerium geförderte Ausstellung, unter anderem mit wissenschaftlichen Vorträge und künstlerischen Sonntags-Matinees. Weiters wird die US-Produktion "Phantom des Universums" gezeigt – eine populärwissenschaftliche Einführung in die Physik der Dunklen Materie. (Tanja Traxler, 20.10.2016)

  • "Der Nullpunkt von Raum und Zeit" von Brigitte Kowanz.
    foto: nhm/ kurt kracher

    "Der Nullpunkt von Raum und Zeit" von Brigitte Kowanz.

Share if you care.