US-Unternehmer im Iran wegen Spionage für USA zu 10 Jahren verurteilt

18. Oktober 2016, 20:04
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Auch 80-jähriger Vater und Geschäftspartner müssen zehn Jahre ins Gefängnis

Teheran-Im Iran sind ein US-Unternehmer, sein Vater sowie vier weitere Männer zu zehn Jahren Haft wegen Spionage verurteilt worden. Den sechs Männern werde Spionage und Zusammenarbeit mit der US-Regierung vorgeworfen, sagte Generalstaatsanwalt Abbas Jafari Dolat-Abadi am Dienstag der iranischen Nachrichtenagentur Fars.

Der US-Iraner Siamak Namasi war vor einem Jahr bei seiner Einreise in Teheran festgenommen worden. Sein 80-jähriger Vater wurde bei seiner Ankunft im Iran im Februar festgenommen, als er sich für die Freilassung seines Sohnes einsetzen wollte. Baker Namasi gehörte vor der Islamischen Revolution im Jahr 1979 zur Regierung des später gestürzten Schah und war Gouverneur der iranischen Provinz Chusistan. Später arbeitete er für das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF.

Der ebenfalls verurteilte US-Libanese Nesar Saka war im November 2015 wegen angeblicher Kontakte zu US-Geheimdiensten festgenommen worden. Dem verurteilten Aliresa Omidwar werden dessen Verbindungen zu Siamak Namasi vorgeworfen.

Siamak Namasi steht iranischen Medien zufolge in Kontakt zum National Iranian American Council. Die von Iranern gegründete Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Washington soll die Kontakte zwischen den beiden Staaten fördern. In einem Artikel auf der iranischen Nachrichtenwebsite "Mesan" wurde der Namasi-Familie vorgeworfen, sie wolle mit Spenden an Nichtregierungsorganisationen Einfluss auf das Geschehen im Iran nehmen.

Zum Zeitpunkt seiner Festnahme im vergangenen Jahr arbeitete Siamak Namasi für die Firma Crescent Petroleum in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Crescent Petroleum befand sich zu dem Zeitpunkt in einem Rechtsstreit mit Teheran und forderte wegen eines gescheiterten Gasgeschäfts eine Entschädigung in Höhe von mehreren Milliarden Dollar.

Die US-Regierung forderte die "umgehende Freilassung aller unrechtmäßig im Iran inhaftierten US-Bürger, insbesondere von Siamak und Baker Namadi". Washington sei "zutiefst besorgt" über deren Verurteilung zu zehn Jahren Haft, erklärte das US-Außenministerium.

Zuvor hatte die Inhaftierung des "Washington-Post"-Korrespondenten Jason Rezaian für Spannungen gesorgt. Dieser war ebenfalls wegen Spionagevorwürfen verurteilt worden und saß eineinhalb Jahre im Gefängnis, bevor er im Jänner zusammen mit zwei weiteren US-Bürgern freigelassen wurde. Der Zeitpunkt der Freilassung erfolgte kurz vor dem offiziellen Inkrafttreten des Atomabkommens mit dem Iran. Die US-Justiz entließ im Gegenzug sieben Iraner aus der Haft. (APA, 18.10.2016)

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