EZB fordert schärfere Regulierung von virtuellen Währungen

18. Oktober 2016, 17:44
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Die Europäische Zentralbank sieht Probleme mit Geldwäsche und Terrorfinanzierung sowie eine Gefahr für die Preisstabilität

Frankfurt – Die EZB hat die EU aufgefordert, Gesetzesvorschläge zur Regulierung von Cyberwährungen wie Bitcoin zu verschärfen. Bisher gehen in der Europäischen Union geplante Schritte zur Kontrolle solcher Kunstwährungen im Kampf gegen Terrorfinanzierung der Notenbank nicht weit genug, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten EZB-Stellungnahme hervorgeht.

Eine Regulierung sollte sich aus Sicht der Währungshüter nicht nur auf den Umtausch digitaler Zahlungsmittel in echtes Geld beziehen. Mit solchen Währungen könnten Güter und Dienstleistungen auch direkt erworben werden. Dies berücksichtigten die Vorschläge nicht, so die EZB.

Mehrfaches Gefahrenpotenzial

Die EU-Kommission hat seit einiger Zeit digitale Kunstwährungen im Visier. Denn bisher können diese noch weitgehend anonym in echtes Geld umgewandelt werden. Sie können dadurch von Kriminellen leicht zur Geldwäsche und Terrorfinanzierung missbraucht werden.

Die Europäischen Zentralbank (EZB) warnte in ihrer Stellungnahme generell davor, Kunstwährungen zu befördern. Notenbanken könnten sonst womöglich künftig die Geldmenge weniger gut kontrollieren, was Gefahren für die Preisstabilität berge. Es sei richtig, dass die EU zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung digitale Zahlungsmittel reguliere. (APA/Reuters, 18.10.2016)

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