Guardiolas emotionale Rückkehr nach Barcelona

18. Oktober 2016, 17:10
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45-Jähriger hofft mit ManCity bei bei den Katalanen auf Sieg – Bravo: "Barcelona muss um jeden Preis gewinnen" – Bayern wollen gegen PSV zurück auf Siegerstraße

Barcelona – Für Josep Guardiola kommt es am Mittwoch zu einer emotionalen Rückkehr ins Camp Nou. Als Trainer von Manchester City will der 45-Jährige an alter Wirkungsstätte beim FC Barcelona im dritten Gruppenspiel der Fußball-Champions-League drei Punkte entführen. 2015 ist ihm das als Bayern-Coach nicht gelungen, da setzte es im Halbfinal-Hinspiel bei den Katalanen ein 0:3, der Anfang vom Ende.

Kaum jemand kennt Barca besser als Guardiola. Zwischen 2008 und 2012 holte er mit den Katalanen drei Meistertitel und zwei Champions-League-Siege. "Ich weiß, wie wir am Mittwoch spielen werden", sagte der ManCity-Trainer. Im Tor wird Claudio Bravo stehen, der 33-jährige Chilene war erst im August von Barca zu den "Citizens" gewechselt und wird daher besonders motiviert sein.

Rutschen und Ausrutschen

Barca ist mit zwei Siegen und 9:1-Toren perfekt in die Gruppe C gestartet und in der Champions League zu Hause seit 2013 unbesiegt. In der Liga lief es bisher aber nicht ganz nach Wunsch. Nach Ausrutschern gegen Aufsteiger Alaves (1:2) und bei Celta de Vigo (3:4) sind die "Blaugrana", die wieder auf Superstar Lionel Messi bauen können, nur Vierter, zwei Zähler hinter Atletico Madrid. City steht demgegenüber in England an der Spitze, musste dafür in der "Königsklasse" zuletzt beim 3:3 bei Celtic Glasgow erstmals Federn lassen.

Die drei Pflichtspiele sieglosen Gäste sehen sich jedenfalls in der Außenseiterrolle. "Barcelona muss um jeden Preis gewinnen, weil sie zu Hause spielen. Wir sind ganz ruhig und freuen uns auf ein attraktives, wichtiges Spiel", sagte Goalie Bravo. Guardiola will da unbedingt etwas mitnehmen. "Wir brauchen noch sechs Punkte für den Aufstieg und werden natürlich gleich am Mittwoch versuchen, Punkte einzufahren", sagte der City-Coach. Celtic und das punktlose Schlusslicht Mönchengladbach stehen im Duell der Sieglosen in Schottland schon stark unter Druck.

Ruhig bleiben

Unter Druck steht auch Bayern München im Gruppe-D-Heimduell mit PSV Eindhoven nach drei sieglosen Pflichtspielen hintereinander. "Es gibt in jeder Saison schwierige Momente. Manchmal im Oktober, manchmal im Februar. Wir müssen ruhig bleiben. Ich habe großes Vertrauen in meine Mannschaft. Ich muss eine Lösung mit ihnen finden", erklärte Coach Carlo Ancelotti. Von einer Krise will er nichts wissen. "Dafür ist es zu früh", betonte der Italiener, der fix nur auf den verletzten Franck Ribery verzichten muss.

Gegen die Niederländer wollen David Alaba und Co. neben dem jüngsten 2:2 gegen Eintracht Frankfurt auch die 0:1-Niederlage bei Atletico Madrid vergessen machen. Auch der ÖFB-Star hat dabei Steigerungspotenzial, wunschgemäß lief es auch für ihn diese Saison noch nicht. "Wir müssen die Kurve kriegen", sprach Kapitän Philipp Lahm Klartext. Und Innenverteidiger Mats Hummels ergänzte: "Wir müssen das Heimspiel gewinnen, damit wir uns in der Gruppe wieder mehr von Platz drei distanzieren und nicht da auch noch in die Bredouille kommen."

Die Statistik spricht klar für die Bayern, die die jüngsten 13 Heimspiele in der Champions League allesamt gewonnen haben. PSV und der Letzte Rostow, der den makellosen Leader Atletico zu Gast hat, halten bei einem Punkt.

Neapolitanische Geschichte

In der Gruppe B hat der SSC Napoli die Möglichkeit, Geschichte zu schreiben. Die Italiener könnten als erstes Team überhaupt das Aufstiegsticket schon nach dem dritten Spiel lösen. Dafür ist ein Heimsieg gegen Besiktas Istanbul, Arbeitgeber des verletzten Veli Kavlak, und ein Unentschieden in der Parallelpartie zwischen Dynamo Kiew und Benfica Lissabon nötig. Napoli ist im Europacup 18 Partien ungeschlagen, verlor aber die jüngsten beiden Serie-A-Spiele.

In der Gruppe A hofft der FC Basel im dritten Anlauf auf den ersten Erfolg. Mit dem Gastspiel bei Leader Paris St. Germain wartet auf Marc Janko und Co. aber eine äußerst schwierige Aufgabe. "Wir erwarten einen spielstarken, dominierenden Gegner, so ehrlich müssen wir zu uns selbst sein", sagte der ÖFB-Teamstürmer. Wichtig sei es da defensiv extrem gut zu arbeiten. "Wir dürfen ihnen keine Räume geben", weiß Janko. Arsenal steht in London vor einem Pflichtsieg gegen Ludogorez Rasgrad. (APA, 18.10.2016)

  • Man kennt sich in Barcelona.
    foto: apa/epa/alberto estevez

    Man kennt sich in Barcelona.

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