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Brustkrebs-Früherkennungsprogramm im Fokus

18. Oktober 2016, 17:16

Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm läuft erfolgreich seit 2014. Frauen in ganz Österreich profitieren von diesem mit hohen Qualitätsstandards ausgestatteten Programm. Dennoch taucht immer wieder die Frage nach dem Nutzen von Screening-Programmen auf.

Im Rahmen von so genannten Screenings werden klar definierten Bevölkerungsgruppen (definiert über Geschlecht, Alter etc.) bestimmte Untersuchungen angeboten, um Krankheiten wie etwa Darm-, Brust- oder Prostatakrebs frühzeitig zu diagnostizieren. Ziel und Herausforderung dabei ist, die berühmte Nadel im Heuhaufen zu finden.

Seit 2014 wird in Österreich ein nationales, qualitätsgesichertes Programm zur Früherkennung von Brustkrebs mit niederschwelligem Zugang (automatische Freischaltung der e-card) umgesetzt. Das klare Ziel ist die Brustkrebs-Mortalitätsrate zu senken. In vielen europäischen Ländern, in denen es solche Programme schon länger gibt, ist dies gelungen. Dennoch melden sich knapp drei Jahre nach dem Programmstart immer wieder Kritiker zu Wort.

"Es ist das bislang einzige Screening-Programm in Österreich und es wird dementsprechend kontroversiell diskutiert", sagt Romana Ruda, Leiterin des Programms. "Ohne Zweifel jedoch zählt es zu den besten Europas: Die Altersgruppe, die am Früherkennungsprogramm teilnehmen kann, ist so weit gefasst wie in keinem anderen europäischen Land. Zusätzlich bietet das österreichische Programm ergänzend zur Mammografie die Möglichkeit einer Ultraschall-Untersuchung, um Brustkrebs möglichst früh zu erkennen."

Qualitätssicherung

Der zentrale Vorteil liegt in den hohen Qualitätsstandards, die das Programm vorschreibt. Die technischen Parameter an den einzelnen radiologischen Standorten werden wöchentlich geprüft. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durchlaufen regelmäßige Schulungen, die Befundung erfolgt immer von zwei Radiologinnen bzw. Radiologen im 4-Augen-Prinzip. Durch die Qualitätssicherung ist garantiert, dass die betroffenen Frauen an jedem Standort in ganz Österreich die gleichen Voraussetzungen vorfinden.

Niederschwelliger Zugang

"Der Zugang zum Programm wurde bewusst niederschwellig gewählt", so Ruda. Die e-cards von Frauen zwischen 45 und 69 Jahren sind automatisch alle zwei Jahre freigeschaltet, weil diese Altersgruppe laut internationalen Studien am meisten vom Programm profitiert. Frauen zwischen 40 und 44 sowie ab 70 Jahren können sich freiwillig zum Programm anmelden, wenn sie das wünschen. Der unbürokratische Zugang ermöglicht, dass auch Frauen, die keine Vertrauensärztin bzw. keinen Vertrauensarzt haben, regelmäßig zur Früherkennung gehen. Der Erinnerungsbrief, der alle zwei Jahre verschickt wird, dient nur als Gedächtnisstütze, zur Terminvereinbarung bzw. zur Untersuchung selbst wird er nicht benötigt.

Bei Beschwerden

Es geht beim Brustkrebs-Screening um die Untersuchung von Frauen, die keine Symptome einer Brustkrebserkrankung aufweisen. Frauen mit Beschwerden bzw. einem erhöhten familiären Risiko und Frauen, die aufgrund einer Krebserkrankung in der Nachsorge sind, werden außerhalb des Programms, beispielsweise in Brustzentren, individuell betreut.

Nutzen und Risiken

Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm wurde gemeinsam von Bund, Ländern, Sozialversicherung und der Österreichischen Ärztekammer entwickelt und basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. "So auch die Festsetzung des Zwei-Jahres-Intervalls und der klar definierten Altersgruppe", betont Ruda.

Letztendlich gehe es um eine Abwägung von Nutzen und Risiken. Früherkennung kann die Entstehung von Brustkrebs nicht verhindern. Die Mammografie ist die derzeit wirkungsvollste Methode der Früherkennung von Brustkrebs und gleichzeitig eine radiologische Untersuchung. Durch die strengen Qualitätsvorgaben des österreichweiten Screening-Programms wird die Belastung so gering wie möglich gehalten.



Weitere Informationen:

www.frueh-erkennen.at

Serviceline 0800 500 181
Mo bis Fr 08:00 bis 18:00 Uhr
kostenfrei aus ganz Österreich

  • Artikelbild
    foto: bkfp/unkart
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