"Pepe the Frog": Erfinder kämpft gegen rechtsextreme Vereinnahmung

9. November 2016, 17:06
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Projekt #SavePepe soll den Ruf der Comicfigur wiederherstellen

Die Karriere der Froschfigur "Pepe" in der Comic-Reihe "Boy’s Club" von Matt Furie war kurz. Doch dem Auftritt 2005 folgte ein wesentlich ausdauernderes Dasein als Meme. Über den Umweg eines Onlinerollenspiels ("Gaia Online") fand Pepe sein virtuelles Zuhause auf dem berühmt-berüchtigten Imageboard 4chan, wo er zur Bebilderung für verschieden Umstände und Gefühlszustände wurde.

2016 sollte sich das ändern. Gruppen in Verbindung mit der sogenannten "Alt-Right"-Bewegung, wie auch Unterstützer von Donald Trump kaperten die eigentlich unpolitische Figur und machten sie zunehmend zu einem Symbol des weißen Rassismus. Gemeinsam mit der Anti-Defamation League (ADL) möchte Furie Pepe nun allerdings vor dem Rechtsextremismus retten.

#SavePepe

Mit der Kampagne #SavePepe soll der Frosch wieder in positives Licht gerückt werden, schreibt "The Verge". Dazu veröffentlicht die ADL nun eine Reihe "positiver Memes" mit dem kultgewordenen Amphibienwesen. Die Organisation hatte es vor einiger Zeit in seine Datenbank der "Hass-Symbole" aufgenommen, allerdings mit dem Hinweis versehen, dass Pepe mehrheitlich in unproblematischem Kontext abgebildet wird.

Die Aktion ist für die ADL laut einem "New York Times"-Interview ein Ausflug in "unbekanntes Terrain" mit ungewissem Ausgang. Zum ersten Mal versucht die Organisation, aktiv ein Symbol "zurückzuerobern". Furie selbst hatte die politische Vereinnahmung von Pepe kritisiert, aber war ursprünglich davon ausgegangen, dass diese "Phase" bald vorüber sei und Pepe dann wieder über guten Ruf verfügen werde. Mittlerweile kritisiert er den Einsatz des Frosches für rechtsextreme Zwecke gegenüber der "New York Times" als "komplett verrückt". (gpi, 9.11.2016)

  • Positive Memes sollen Pepe bei Rechtsextremen unbeliebt machen.
    foto: matt furie

    Positive Memes sollen Pepe bei Rechtsextremen unbeliebt machen.

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