Servus TV macht doch in Deutschland weiter

18. Oktober 2016, 11:09
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Angekündigt war der Sendestopp mit Jahresende

Wien – Servus TV aus dem Hause Red Bull hat wieder ein Servus zurückgenommen: Mit Jahresende sollten die Servus-Kanäle für Deutschland (HD und SD) eingestellt werden. Nun soll der klassische Sendebetrieb für Deutschland doch weitergehen, berichten das deutsche Branchenportal wuv.de und die "Salzburger Nachrichten".

Erst im Mai hatte das Red Bull Media House überraschend die komplette Einstellung von Servus TV verkündet. Tags darauf nahm der Mutterkonzern das Ende wieder zurück. Hintergrund: Red Bull wollte die Gründung eines Betriebsrats verhindern, der als Initialzündung für einen Konzernbetriebsrat für Red Bull hätte dienen können. Solche Mitspracherechte ("wie im ORF", sagte damals ein Mensch mit Einblick bei Red Bull) wollte Dietrich Mateschitz damals mit der spektakulären Einstellung verhindern. Gewerkschaft und Mitarbeiter versicherten prompt, sie hätten nie vorgehabt, einen Betriebsrat zu initiieren.

Im Juli kündigte das Red Bull Media House dann an, es werde die Deutschland-Varianten von Servus TV einstellen (wie zuvor schon das Frühstücksfernsehen). In Deutschland kommt Servus TV auf 0,25 Prozent Marktanteil, in Österreich auf immerhin 1,9 Prozent.

"Positive Resonanz"

Gegenüber dem deutschen Branchenportal wuv.de erklärt der Sender nun: "Die sehr positive Resonanz von TV-Zuschauern, Kunden und Agenturen, die uns in den letzten Wochen und Monaten erreicht hat, hat uns außerdem motiviert, zum neuen Onlineangebot den Sendebetrieb von Servus TV im klassischen TV-Bereich fortzusetzen, weiter auch auf diesem Weg erreichbar zu bleiben und das Vermarktungspotenzial abzurunden."

Servus TV werde digital "auch noch kräftig ausgebaut", schreibt das deutsche Branchenmedium: Für 2017 sei eine übergreifende Digitalplattform geplant, die erstmals alle Angebote der Dachmarke unter einem Dach vereine: Servus TV, "Servus"-Magazin, "Servus am Marktplatz" und die Servus-Bücher. Ein Starttermin für diese crossmediale Plattform stehe noch nicht fest. (red, 18.10.2016)

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    foto: apa/afp/robert michael
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