59-jähriger Spieler steckte zwei Millionen Dollar in "kostenloses" Mobile-Game

18. Oktober 2016, 15:48
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Stephen Barnes nutzte seinen Status, um einen Boykott des Spielherstellers durchzusetzen

Ein texanischer Besitzer eines Elektronikhandlung namens Stephen Barnes hat in den vergangenen vier Jahren mehr als zwei Millionen Dollar und zu Spitzenzeiten 80 Stunden pro Woche in das Mobile-Game "Modern War" gesteckt, um in der Community ganz vorne dabei zu sein. Dabei handelt es sich bei "Modern War" um einen prinzipiell kostenlos spielbaren Free2Play-Strategietitel im Stile von "Clash of Clans", bei dem man eine Privatarmee aufbauen muss und vorrangig für Zusatzinhalte und zur Beschleunigung von Wartezeiten Geld ausgeben kann.

Boykott

Der 59-jährige, aus Houston stammende Mann gehört damit nicht nur zur absoluten Elite der so genannten "Wale", wie Free2Play-Spielhersteller ihre bestzahlenden VIP-Kunden nennen, sondern erlangt durch seinen Einsatz auch in der Community einen derart großen Stellenwert, dass er vor einiger Zeit sogar erfolgreich einen Boykott gegen den japanischen Hersteller Gree durchsetzen konnte, wie die Seite "Venture Beat" berichtet.

Aufgrund andauernder Probleme und allgemeiner Unzufriedenheit innerhalb der Spielerschaft half Barnes dabei, die Forderungen an die Entwickler durchzusetzen, indem er und 144 Teams mit vielen anderen finanzstarken Walen ihre Zahlungen einstellten.

Weitreichende Folgen

Gree sah sich daraufhin gezwungen, besagte Probleme auszumerzen. Nicht nur, weil dem Unternehmen Einnahmen entgingen, sondern der Boykott einiger Schlüsselspieler weitreichende Folgen für die millionenstarke Gesamtspielerschaft haben kann.

"Wenn ein wichtiger und gut vernetzter Spieler das Spiel verlässt, dann schädigt das natürlich die Community in Bezug auf Einnahmen und Spielzeit und Spaß", sagt Dmitri Williams, CEO vom Marktforscher Ninja Metrics, der sich auf die Analyse von Videospiel-Communities und "soziale Wale" spezialisiert hat. Jemand wie Barnes würde nicht nur selbst viel Geld ausgeben, sondern auch andere zum Zahlen bringen und damit sein gesamtes Spielerumfeld lukrativer für den Hersteller machen. Insofern sind Wale wie Barnes am besten mit High Rollern in Casinos zu vergleichen. Die Bank gewinnt, solange die Kundschaft gerne ihr Geld verspielt. (zw, 18.10.2016)

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    foto: modern war
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