Die Geldfrage: Smart Home nur für Topverdiener?

9. November 2016, 09:00
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Smart Home-Elemente können recht teuer sein. Allerdings ist auch nicht alles wirklich notwendig.

Intelligente Überwachungssysteme, Kühlschränke mit Innenkameras und Display, automatische Bewässerung, soziale Haushaltsroboter oder vernetzte Multimediazentralen – dies klingt ja alles ganz gut und erhöht den Komfort im eigenen Heim bestimmt enorm.

Allerdings kosten die notwendigen technischen Installationen auch eine ganze Menge Geld. Daher muss die Frage gestellt werden, ob Smart Home für den Normalverbraucher überhaupt ein relevantes Thema ist oder ob hier Luxusgüter dominieren, die eher gutverdienende Personen ansprechen.

Sparen und Verzicht

Ein Smart Home muss nicht unerschwinglich sein. Einerseits stellen Smart Home-Elemente nicht immer zusätzliche Luxusprodukte dar, manchmal kann dadurch sogar Geld gespart werden. Zum Beispiel, wenn eine Multimediazentrale für Audio- oder Videomedien verwendet wird und somit in mehreren Zimmern nur noch Bildschirme oder Lautsprecher statt ganzen Fernsehgeräten oder Musikanlagen verbaut werden müssen. So etwa auch, wenn die Aufwendungen für ein intelligentes Heizungssystem durch gesenkte Heizkosten wieder eingespielt werden.

Daneben muss sich der Smart Home-Besitzer Gedanken machen, was er für nötig hält und auf was er verzichten kann. Ein smarter Kühlschrank um 4.000 Euro zählt wohl doch eher zu den Luxusprodukten, die das Leben zwar sicherlich interessanter und komfortabler machen, deren Preis dann aber doch etwas abschreckt.

Große Preisspannen

Bei anderen, leistbaren Produkten gilt dann eher die Frage: Wie viel ist mir die jeweilige Verbesserung der Lebensqualität wert? Will ich Geld ausgeben, damit mich Zuhause schon ein heißer Kaffee erwartet oder damit ich weniger staubsaugen oder mähen muss?

Benötige ich intelligente Lautsprecher oder persönliche Assistenten für rund 200 Euro? Wie viel ist mir meine Sicherheit wert und will ich dafür überhaupt auf diese neue Technik zurückgreifen? Mit diesen Fragen im Kopf können die Smart Home-Angebote durchgegangen werden.

Denn auch hier gibt es natürlich Produkte im unteren und oberen Preissegment. Smarte Unterhaltungs-, Überwachungs-, Heizungs- oder Gartenpflegesysteme sind oftmals schon für wenige hundert Euro erhältlich, allerdings muss dabei immer darauf geachtet werden, was dort alles mitinbegriffen ist und wie es um die Qualität steht.

Natürlich können viele Systeme auch immer weiter ausgebaut werden und es ist klar, dass es Anbieter gibt, die für ihre hochwertigen Installationen mehrere tausend Euro verlangen, allerdings gibt es gute Startersets bereits um etwa 300 Euro.

Smart Home überhaupt erwünscht?

Es bleibt aber die Frage, ob Smart Home überhaupt ein Konzept für die nahe Zukunft ist. Eine Immonet-Umfrage zeigt etwa große Zweifel in der Bevölkerung auf. 56 Prozent haben Bedenken gegenüber der neuen Technik, fast die Hälfte davon will sich nicht von digitaler Technik abhängig machen. Außerdem werden Zweifel bezüglich des Datenschutzes und der Privatsphäre gehegt.

In den USA wurden erst ein Prozent der Haushalte in ein Smart Home umgewandelt, in Deutschland wird der Anteil nur auf 0,5 Prozent geschätzt. Dennoch bleiben Marktprognosen optimistisch. Laut einer Studie des US-Forschungsinstituts IHS Technology werden bis 2018 auf der ganzen Welt 45 Millionen Smart Home-Anwendungen in Haushalte integriert sein und der Branche in dem Jahr 9,3 Milliarden Dollar einspielen. (Florian Schmidt, 9.11.2016)

  • Ausstattung für smartes Wohnen ist oft schon für wenige hundert Euro erhältlich.
    foto: getty images/istockphoto/ciydem

    Ausstattung für smartes Wohnen ist oft schon für wenige hundert Euro erhältlich.

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