Heizen im Smart Home: Punktgenaue Temperaturen auf Knopfdruck

27. Oktober 2016, 09:00
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Intelligente Heizungssysteme hören auf Befehle des Benutzers und reagieren auf Veränderungen im Zimmer

In einer Wohnung oder einem Haus zählen gerade Heizungskosten meistens zu den Aufwendungen, die eher gering gehalten werden sollen. Dabei wird oft in Kauf genommen, dass die Heizung erst spät im Jahr an- und so früh wie möglich wieder abgestellt wird. Dies geschieht vor allem aus der Tatsache heraus, dass sich viele Thermostate nur mühsam einstellen lassen und nur einfache Programmierungen zulassen, die fixe Beheizungszeiten vorgeben.

Intelligente Heizungssysteme bieten hier nicht nur die Möglichkeit, flexible Zeitpläne festzulegen oder die Zimmertemperatur sogar per Knopfdruck zu regulieren, sondern reagieren auch auf bestimmte Szenarien selbstständig.

Bei der Heimfahrt einheizen

Attraktiv ist dies vor allem für Personen, die keinen geregelten Tagesrhythmus haben und nicht jeden Tag zur selben Zeit das eigene Zuhause verlassen bzw. dort wieder ankommen. Doch selbst wenn, bestünde die Gefahr, dass die Heizung bei längeren Freizeitaktivitäten außer Haus "ins Leere heizt". Moderne Heizungssysteme bieten daher nicht nur verschiedene, individuelle Programmierungen der Heizungszeiten an, sondern können darüber hinaus sogar flexibel über mobile Endgeräte gesteuert werden.

Dadurch ist es möglich, dem Heizungssystem etwa bereits bei der Abfahrt vom Arbeitsplatz mitzuteilen, auf welche Temperatur es das eigene Heim heizen soll. So befinden sich Fußbodenheizung oder Heizkörper bei der Ankunft bereits im gewünschten Zustand und hängen nicht mehr von gewissen Uhrzeiten ab. Teilweise kann sogar eingestellt werden, dass sich die Heizung abstellt, sobald sich das verknüpfte Smartphone von der Wohnung entfernt, oder einschaltet, wenn es sich nähert.

Flexibilität verringert Energieaufwendungen

Durch diese modernen Smart Home-Heizungssysteme soll der Wärmebedarf ausschließlich auf die Zeiten beschränkt werden, in denen sich jemand zu Hause befindet. Während die programmierbaren Zeitpläne und die Steuerung per App bzw. per Spracherkennung für den größeren zeitlichen Beheizungsrahmen zuständig sind, reagieren moderne Heizungen aber auch selbstständig auf gewisse Sondersituationen und regulieren ihre Temperatur dementsprechend.

So erkennen sie zum Beispiel durch den Temperaturabfall, wann ein Fenster zur Belüftung geöffnet wird, oder nehmen den Heizbetrieb bei längerer Abwesenheit selbstständig auf, wenn die Gefahr von Frostschäden besteht.

Zusammenspiel mit anderen Systemen

Was im Smart Home immer wichtiger wird, ist die Vernetzung mit anderen Geräten. Derzeit existieren vor allem zahlreiche Einzelelemente, die aber viel mehr miteinander verbunden werden könnten. So gibt es bereits Lösungen, in denen sich Heizungssysteme mit Jalousinen oder Klimaanlagen abstimmen, damit Räumlichkeiten durch die Sonnenstrahlen aufgeheizt werden oder den Heizaktivitäten nicht vom Kühlsystem entgegengewirkt wird.

Erwähnenswert ist auch, dass mit Hilfe einzelner Funkthermostate verschiedene Heizkörper individuell geregelt werden können. Dies ermöglicht, dass verschiedene Zimmer auf unterschiedliche Temperaturen erwärmt werden können. Außerdem können dadurch auch Wohnungen beheizt werden, die über keinen eigenen Heizkessel verfügen. (Florian Schmidt, 27.10.2016)

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Loxone

Tado

  • Smarte Thermostate ermöglichen die Steuerung per App bzw. Spracherkennung – hier im Bild ein Gerät der Münchner Firma Tado.
    foto: tado

    Smarte Thermostate ermöglichen die Steuerung per App bzw. Spracherkennung – hier im Bild ein Gerät der Münchner Firma Tado.

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