Smart Kitchen: Vom Supermarkt aus in den Kühlschrank schauen

4. November 2016, 09:00
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Kaffeemaschine, Herdplatte, Ofen oder Kühlschrank mit dem Smartphone zu vernetzen und zu bedienen ist eine der beliebtesten Smart-Home-Anwendungen

Kochen ist meistens recht zeitintensiv. Nicht nur erfordert die Zubereitung von Speisen ihre Zeit, auch sollte der Kochvorgang ständig überwacht werden, um ein Anbrennen oder gar Schlimmeres zu verhindern. Neue Technologien suchen daher auch in Küchen nach Ansätzen, um das Kochen erheblich zu erleichtern, Zeit und Nerven zu sparen oder die Qualität zu erhöhen. Darüber hinaus finden gewisse Smart-Home-Gadgets gerade in der Küche Einzug. Den Feierabendkaffee bereits auf dem Rückweg von der Arbeit machen lassen? Kein Problem!

foto: apa/afp/schwarz
Eine Kaffeemaschine von Hersteller De Longhi, die sich auch via App steuern lässt, präsentiert bei der IFA 2016.

Kontrolliertes Kochen

Bei intelligenten Küchensystemen können nicht nur Herdplatten oder Öfen kontrolliert und deren Temperatur genau festgelegt werden, auch überwachen eigene Thermometer die Speisen beim Braten und Kochen. Dabei werden etwa permanent Daten an das mobile Endgerät gesendet sowie Benachrichtigungen beim Überschreiten einer gewissen Zeitdauer oder bei Erreichen einer bestimmten Temperatur gesendet.

Einige Hersteller bieten Smart-Kitchen-Systeme und Apps an, die über die erforderlichen Gar- und Kochzeiten Bescheid wissen und diese berechnen. Herdplatten stellen sich nach dieser Zeit automatisch ab, schalten in einen Warmhaltemodus und benachrichtigen den Benutzer. Auch der Dunstabzug kommuniziert mit den anderen Geräten, kann dabei auf aktuelle und wechselnde Bedingungen reagieren und schaltet sich selbst ein beziehungsweise aus, wobei er die Intensität und Dauer selbst festlegt.

Automatischer Kaffee und Kühlschrank mit Display

Neben diesen größeren Systemen erregen aber vor allem einzelne Geräte Aufsehen im Bereich der Smart Kitchen. Etwa Kaffeemaschinen, mit denen man per Smartphone bereits auf dem Heimweg einen Kaffee zubereiten kann, der bei der Ankunft bereits in einer angenehmen Temperatur trinkbar ist. Nutzer können dabei ihre eigenen Vorlieben abspeichern.

foto: reuters/stefanie loos
Kühlschrank mit integriertem Display von LG.

Auf der IFA 2016 wurden von LG und Samsung aber auch Kühlschränke mit integriertem Display vorgestellt. Mit diesen können Haltbarkeitsmarkierungen vorgenommen, Küchenwecker eingestellt und Rezepte online gesucht werden, außerdem kann damit Musik abgespielt, ferngesehen oder das eigene Smartphone gespiegelt werden, zum Beispiel um zu chatten.

Interessant ist aber vor allem, dass via Smartphone-App und integrierte Kamera abgeglichen werden kann, welche Lebensmittel sich im Kühlschrank befinden, was vor allem bei der Essensplanung von außerhalb des eigenen Heimes hilfreich sein könnte.

foto: apa/afp/schwarz
Bosch präsentierte auf der IFA einen Kühlschrank mit integrierter Kamera, die via App kontrolliert wird.

Nachbestellende Geschirrspüler

Nach ähnlichen Mustern können auch andere Küchengeräte vernetzt werden. Es gibt intelligente Küchenwaagen, die nicht nur das Gewicht eines Nahrungsmittels messen, sondern auch berechnen, wie viele Kalorien es enthält. Ebenso bringen "smarte" Pfannen, Wasserkocher oder automatische Cocktailmixer weitere Vorteile mit sich.

Erwähnenswert sind zudem etwa Geschirrspülmaschinen, die die Zahl ihrer Tabs selbst überwachen und automatisch online nachbestellen, wenn diese sich dem Ende zuneigt. Dies erinnert wiederum an ein Prinzip, das Amazon gerade über die sogenannten Dash-Buttons auch in Europa salonfähig zu machen versucht – den Onlinekauf, ohne auf Smartphones oder Computer zurückgreifen zu müssen. (Florian Schmidt, 4.11.2016)

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