Sicherheit im Smart Home: Live-Streams und Anwesenheitssimulation

31. Oktober 2016, 09:00
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Durch Sicherheitssysteme wird das eigene Haus verriegelt, überwacht und kontrolliert. Virtuelle Bewohner gaukeln ein Innenleben vor

Das Bedürfnis nach Sicherheit zählt laut der Maslowschen Bedürfnishierarchie zu den größten des Menschen. Dass damit nicht nur die Sicherheit der eigenen Person, sondern vor allem auch die Sicherheit des eigenen Hab und Guts gemeint ist, zeigt das enorme Angebot an Überwachungskameras, einbruchssicheren Rollläden oder Fenstersicherungen. Im Smart Home werden diese Elemente kombiniert und zentral gesteuert. Zudem ergeben sich neue Möglichkeiten, um das eigene Heim sicherer zu machen.

Einblick in das eigene Haus

Im Mittelpunkt eines Smart Home-Sicherheitssystems stehen meistens intelligente Zentraleinheiten, die ein verschlüsseltes Netzwerk aufbauen, zu dem nur verifizierte Geräte Zugang haben. Daran hängen dann mehrere Geräte, wie etwa Bewegungsmelder oder Überwachungskameras. Tür- und Fenstersensoren können zum Beispiel jederzeit Auskunft geben, ob irgendwo im Haus etwas geöffnet ist.

Ist das Alarmsystem aktiviert, registrieren die Bewegungsmelder jegliche Aktivität und lösen sofort Alarm aus. Dies kann in Form eines stillen Alarms direkt an das Smartphone des Benutzers oder gleichzeitig auch in Form eines örtlichen Alarms erfolgen. Über die Überwachungskameras kann der Hausbesitzer zudem auch bei Abwesenheit Einblick in das Geschehen im Haus erlangen. Hierbei werden Außen- und Innenkameras angeboten, die auch in der Nacht scharfe Bilder in Farbe übermitteln können und oft einen Blickwinkel von 360 Grad abdecken.

Prävention

Doch um nicht gleich vom schlimmsten Fall ausgehen zu müssen, gibt es viele Möglichkeiten zur vorzeitigen Verhinderung von Einbrüchen. Dies kann etwa durch sogenannte Smart Locks erfolgen, also batteriebetriebene Türschlösser, die sich nur durch ein authentifiziertes Smartphone öffnen lassen und somit weniger Möglichkeiten zum Einbruch geben, als normale Sperrsysteme.

Darüber hinaus bieten einige Sicherheitssysteme auch Anwesenheitssimulationen an, was bedeutet, dass eine zentrale Einheit nach bestimmten logischen Mustern die Beleuchtung verschiedener Zimmer oder sogar Elektrogeräte anschaltet. Dadurch wirkt es auch bei Abwesenheit so, als würde sich gerade jemand im Haus befinden, obwohl es sich nur um einen "virtuellen Bewohner" handelt. Sicherheitsrollladen können per App auf Befehl runtergelassen werden oder auch zeitlich programmiert werden. Auch Rauchmelder können installiert werden, um im Fall eines Feuers alarmiert zu werden, auch wenn man sich gerade nicht im Haus befindet.

Schutz versus Privatsphäre

Wie bei vielen Sicherheitsthemen stellt sich auch hier die Frage nach der Privatsphäre. Wie sehr muss auf Privatsphäre verzichtet werden, um sich genug schützen zu können? Denn Smart Locks können zum Beispiel überprüfen, welche Person zu welchem Zeitpunkt das Haus betritt oder verlässt und wer möchte schon permanent im Blickfeld von Kameras sein, auch wenn es nur die eigenen sind?

Für dieses Problem gibt es aber auch sinnvolle Lösungen. Zum Beispiel 360°-Kameras, die auf Knopfdruck in die Zimmerdecke eingefahren werden können oder erst automatisch ausfahren, wenn der Besitzer das Haus verlässt und das Alarmsystem aktiviert wird. Darüber hinaus sind weitere Nachteile zu beachten, wie etwa die Abhängigkeit vom Smartphone – vor allem bei Smart Locks. Ein vergessener Batteriewechsel ist wohl eine ebenso realistische Gefahr wie ein Hack in das Sicherheitssystem. (Florian Schmidt, 31.10.2016)

  • Das klassische Schloss wird im Smart Home durch Smart Locks ersetzt.
    foto: reuters/pfaffenbach

    Das klassische Schloss wird im Smart Home durch Smart Locks ersetzt.

  • Wer möchte schon permanent im Blickpunkt der Kameras sein?
    foto: istock

    Wer möchte schon permanent im Blickpunkt der Kameras sein?

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