"Smart Home": Die Vernetzung des eigenen Zuhauses

25. Oktober 2016, 09:00
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Der technische Fortschritt versucht, unsere Wohnungen und Häuser zu revolutionieren und erheblich einfacher zu machen

Fortschreitende Technologien werden umso mehr begrüßt, je einfacher und gemütlicher sie unser Leben machen. Kein Wunder also, dass Smart Home-Systeme in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken und zum Beispiel auch auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin im September wieder ein großer Schwerpunkt waren, der viel Aufsehen erregt hat.

Diese Technologien wollen es ermöglichen, elektronische Geräte in unserem Haushalt sinnvoll zu vernetzen und zu nutzen. Einerseits indem Geräte miteinander kommunizieren und gemeinsam und effizient arbeiten, andererseits indem sie mit mobilen Endgeräten vernetzt werden und dadurch neue Potentiale entstehen. Als Schaltzentrale dient dabei meistens das Smartphone, das online mit den Smart Home-Elementen kommuniziert.

Smart Home

Die zentralen Vorteile einer derartigen Vernetzung mit einer zentralen Steuerungseinheit sind schnell ersichtlich. Zum einen können zahlreiche Geräte auch aus der Ferne, zum Beispiel im Urlaub, gesteuert werden, zum anderen können gewisse Daten wie Strom- oder Wasserverbrauch auf dem mobilen Endgerät festgehalten und analysiert werden (dies wird auch Smart-Metering genannt).

Darüber hinaus können für zahlreiche Apparaturen bestimmte Zeitpläne der Aktivität programmiert oder verändert werden, ohne dass eine lokale Präsenz des Nutzers überhaupt erforderlich ist. Dies erschließt zahlreiche praktische Anwendungsfelder.

Sicherheit, Küche, Garten

So bereichern Smart Home-Systeme etwa gerade den Sicherheitssektor enorm, können doch Elemente wie Kameras, Alarmanlagen oder Türschlösser per Smartphone aktiviert und überwacht werden. Schlägt ein Sensor Alarm, wird der Benutzer sofort über das Smartphone alarmiert. Ähnliche Kontrollmechanismen ermöglichen dem Anwender etwa das Steuern der Gartenbewässerung oder des Rasenmähroboters aus dem Urlaub, wodurch auch der Garten außerhalb der eigenen vier Wände als Smart Home-Bereich zählt. Intelligente Herdplatten oder Kühlschränke können auch in der Küche die Lebensqualität erheblich steigern.

Darüber hinaus existieren bereits praktische Einzelgeräte, wie etwa Kaffeemaschinen, bei denen man sich bereits auf dem Heimweg per Knopfdruck einen Kaffee machen lassen kann. Im Badezimmer finden sich weitere Möglichkeiten zur Vernetzung elektronischer Geräte. Neben wichtigen Haushaltsgeräten profitiert aber auch die Unterhaltungsindustrie von Smart Home-Systemen. Dies betrifft vor allem die Speicherung von Filmen, Musik oder Fotos.

In den Kinderschuhen

So gut dies alles klingt und so viele konkrete Smart Home-Systeme und praktische Apparaturen bereits existieren, steckt das Konzept "Smart Home" aber noch in den Kinderschuhen. Ein Problem ist derzeit vor allem, dass sich viele Geräte zum Beispiel über WLAN zwar mit Smartphones oder ähnlichen Geräten vernetzen lassen, die Vernetzung untereinander aber noch kaum Thema ist. Eine Folge kann sein, dass statt eines praktischen Smart Homes mit einer zentralen Steuerungseinheit ein App-Chaos herausspringt, da viele Geräte eigene Nutzungsanwendungen mit sich bringen und dadurch verschiedene Apps installiert und bedient werden müssen.

Einheitliche Plattformen, die mehrere Geräte bedienen lassen und mit Geräten anderer Hersteller kompatibel sind, sind oft kaum vorhanden. Derzeit überwiegt eher die Faszination, was im eigenen Heim alles möglich ist, und die Gemütlichkeit, die moderne Apparaturen mit sich bringen. Dennoch wirkt das Konzept "Smart Home" für die Zukunft vielversprechend. (Florian Schmidt, 25.10.2016)

  • Ein "smarter Kühlschrank", gezeigt auf der Elektronik-Messe IFA in Berlin im September.
    foto: reuters/loos

    Ein "smarter Kühlschrank", gezeigt auf der Elektronik-Messe IFA in Berlin im September.

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