Fotos, Videos, Musik: Unterhaltungselektronik im Smart Home

7. November 2016, 09:00
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Beim Thema Unterhaltung steht eine Zentralisierung der Speicherung von Medien im Vordergrund

Spricht man von Multimedia- oder Unterhaltungsgeräten im eigenen Heim, beschränkt sich dies meistens auf das Wohnzimmer: Fernseher, Soundanlagen oder Musikgeräte. Das Smart Home-Konzept im Bereich der Unterhaltung versucht dabei aber genau dieses Korsett aufzuschnüren. Zwar werden Medien zentral gespeichert, allerdings ist es das Ziel, dass diese von überall im Haus aus abgerufen werden können.

Multimedia-Zentrale

Denn auch hier ist das Ziel eine totale Vernetzung zwischen den verschiedensten elektronischen Geräten. Eine zentrale Multimediaeinheit kann sich in einem Smart Home nicht nur um die Internetverbindung kümmern, sondern auch verschiedene Medien (zum Beispiel über eine Cloud) speichern, die dann von mehreren Räumen abgerufen werden können. Hört man etwa beim Kochen, Duschen oder auf der Toilette gerne Musik, müssen statt eigenen Musikanlagen nur Lautsprecher installiert werden, die mit dieser zentralen Einheit verbunden sind.

Selbiges gilt etwa für Filme oder Fotos. Vor allem durch Streaming-Dienste ist es möglich, Audio- oder Videodateien überall dort abzurufen, wo entsprechende mobile oder stationäre Endgeräte vorhanden sind, wobei alle von der Multimedia-Zentrale gespeist werden. Außerdem kann das Smartphone zum Beispiel auf dem Fernseher oder anderen Displays gespiegelt werden, wenn etwa Fotos hergezeigt werden sollen. Auch Konsolen können Medien präsentieren, die sie gar nicht selbst gespeichert haben.

Sprachsteuerung

Neben der Unterhaltungselektronik, Internet und Telefon kann so eine zentrale Einheit auch zum Beispiel Heizungen und Klimaanlagen, Bewässerungssysteme oder die Beleuchtung regeln. Entwickelt werden dabei vor allem auch Systeme, die auf akustische Signale wie Klatschen oder auf Sprachbefehle hören. Hier hat etwa Amazon schon vor einiger Zeit den Europastart seines smarten Lautsprechers Amazon Echo verkündet.

amazon

Über Sprachbefehle können dabei nicht nur Einkäufe getätigt, Songs abgespielt oder Wetterdaten abgefragt werden, sondern auch Thermostate oder die Garagentür kontrolliert werden. Amazon Echo wird über den Befehl "Alexa" aus dem Standby-Modus geholt, wodurch verhindert werden soll, dass auch andere Gespräche aktiv mitgehört werden. Dass viel Wert auf die Wahrung der Privatsphäre gelegt wird, zeigt auch, dass Google bei seiner ähnlichen Smart Home-Steuerung Google Home eine Taste eingebaut hat, die das Mikrofon deaktiviert.

Plattform-Probleme

Ein Problem könnte bei der Vernetzung vieler unterschiedlicher Smart Home-Elemente und intelligenter Systeme wiederum werden, dass nicht alle Geräte mit derselben Plattform kompatibel sind. Viele Einzelgeräte werden durch hauseigene Apps gesteuert, die sich nicht unbedingt von Produkten anderer Hersteller steuern lassen.

Anwender stehen daher derzeit noch vor einer schwierigen Entscheidung: Wählen sie lieber aus einer Unmenge an Geräten verschiedener Unternehmen und nehmen dafür das Risiko in Kauf, nicht jedes Gerät miteinander vernetzen zu können, oder entscheiden sie sich für eine bestehende Plattform mit miteinander kompatiblen Geräten, wodurch sie aber größtenteils nur Produkte desselben Unternehmens verwenden können und dadurch erhebliche Einschränkungen hinnehmen müssen. (Florian Schmidt, 7.11.2016)

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