Walther-Rode-Preis: STANDARD-Kolumnist Günter Traxler für "Blattsalat" geehrt

17. Oktober 2016, 18:30
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Auch das "Medienquartett" auf Okto wurde mit dem Preis für Medienjournalismus ausgezeichnet

Wien – Das Medienhaus Wien hat am Montagabend den Walther-Rode-Preis 2016 an den STANDARD-Kolumnisten Günter Traxler und das Team der Sendung "Medienquartett" im Wiener Community-TV Okto vergeben.

Medienjournalismus stehe unter dem Verdacht, "gar kein Journalismus im engeren Sinn zu sein, sondern 'Hofberichterstattung'", sagten Medienhaus-Gesellschafter Andy Kaltenbrunner, Medienanwalt Alfred Noll, Fjum-Chefin Daniela Kraus und Medienforscher Matthias Karmasin in ihrer Laudatio. Es bestehe "mehr Bedarf an kluger Selbstreflexion als an noch mehr gefinkeltet Eigen-PR".

Traxlers "Blattsalat" im STANDARD, schon 1991 eingeführt, sei inzwischen eine "Institution" auf diesem Gebiet. Anfangs noch als Medienkolumne mit wechselnden Autoren gedacht, sei der "Blattsalat" "sehr schnell ein sehr individuelles Meinungselement" in Traxlers "sehr eigenwilligem Stil, einer sehr persönlichen Sprache", geworden. Deren kluger Gebrauch sei im Journalismus nicht selbstverständlich und Traxler "einer der seltenen Virtuosen auf diesem großartigen Instrument". Die Sprache des Kolumnisten sei wesentlich für die Entscheidung der Jury gewesen.

"Traxler thematisiert Falsches", so die Laudatoren, "Traxler bringt uns Skurriles nahe. Er befährt mit uns die Nebenbahnen der Wortbedeutungen." Man könne vieles am "Blattsalat" rühmen, aber preiswürdig sei alleine, "dass Traxler sich durch das regelmäßige Gelingen seiner kontinuierlichen Bemühung der zunehmenden Konturlosigkeit der Sprache und der damit einhergehenden Verantwortungslosigkeit des öffentlichen Sprachgebrauchs mit großer Entschiedenheit entgegenstellt".

"Medienquartett" für "sensibilisierte Zivilbürger"

Das Medienquartett auf Okto wiederum diskutiere "regelmäßig medienanalytisch und -kritisch auf hohem fachlichem Niveau und doch für ein breites, interessiertes Publikum gut verständlich", so die Laudatoren. Neben Armin Thurnher ("Falter"), Rubina Möhring (Reporter ohne Grenzen), Simon Inou ("M-Media") und Astrid Zimmermann (Concordia) als alternierende Moderatoren sind auch immer wieder Nichtmedienschaffende eingeladen.

Das "Medienquartett" schaue dort besonders genau hin, wo "die Medienmacht sehr viel mehr will, als wir ihr zugestehen wollen". Das geschehe "vielleicht nicht für ein Millionenpublikum, aber jeweils für einige tausend oder zehntausend sensibilisierte Zivilbürger". (red, 17.10.2016)

Hintergrund: Walther-Rode-Preis

Das Medienhaus Wien vergibt den Preis seit 2011 in Andenken an den in Czernowitz geborenen Rechtsanwalt und Publizisten Walther Rode (1876–1934), der 1928 aus Wien in die Schweiz emigrierte, wo er unter anderem für die "Weltbühne" schrieb. Befreundet mit Autoren wie Kurt Tucholsky, Leo Perutz, Roda Roda und Joseph Roth, als Rechtsanwalt gegen die k. u. k. Justiz und den Nationalsozialismus engagiert. Nach seinem Tod 1934 wurden seine Schriften verboten und verbrannt. Mit dem Rode-Preis wird journalistisches Schaffen gewürdigt, "das sich durch qualitätsvolle und vom tagespolitischen Opportunismus unbeeinflusste Haltung ausweist". Er ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert. (red)

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Günter Traxlers Blattsalat

Links

"Medienquartett" auf Okto

Medienhaus Wien

rode-preis.at

  • Weil Günter Traxler in seinem "Blattsalat" die "Nebenbahnen der Wortbedeutungen" befahre, zeichnete ihn die Jury des Medienhauses Wien mit dem Walther-Rode-Preis 2016 aus.
    foto: standard/cremer

    Weil Günter Traxler in seinem "Blattsalat" die "Nebenbahnen der Wortbedeutungen" befahre, zeichnete ihn die Jury des Medienhauses Wien mit dem Walther-Rode-Preis 2016 aus.

  • Walther-Rode-Preis 2016: Laudatio auf Günter Traxler und das Okto-"Medienquartett" im Wortlaut.

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