Audio-Adapter für iPhone 7: Viel Angebot, geringe Nachfrage

23. Oktober 2016, 17:05
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Zahlreiche Crowdfunding-Projekte bieten Lösungen, nur wenige finanzieren sich erfolgreich

Kaum hatte Apple das iPhone 7 offiziell vorgestellt und dabei auch den Abschied von der 3,5mm-Kopfhörerklinke bestätigt, waren auch schon die ersten Unternehmen am Start, die dieses Manko mit einen eigenen Produkt ausbügeln wollen. Denn Musikhören und das Aufladen des Akkus ist nun nur noch unter Verwendung kabelloser Hörer gleichzeitig möglich.

Belkins "Audio + Charge Rockstar" etwa bietet einen Adapter an, der aus einem Lightning-Port zwei macht, um sowohl die neuen Earpods, als auch ein Ladegerät anstecken zu können. Und die Erfinder der Hülle "Fuze" integrieren nicht nur die Audiobuchse, sondern auch einen Zusatzakku in eine schlanke Hülle. Für deren Herstellung sammeln sie Geld auf der Crowdfundingplattform Indiegogo.

Doch nicht nur sie buhlen um das Geld der Internetnutzer. Gleich eine ganze Reihe von Crowdfundingkampagnen präsentiert nunmehr Lösungen für das künstlich geschaffene Problem.

ildock gear

Ildock, Auxilite, Duoo, Adapple

Auf Kickstarter etwa zählen das Ildock und Auxilite derzeit zu den nachgefragtesten Projekten. Beide docken direkt an das Smartphone an und erlauben dem Nutzer, sowohl ein Lightning-Kabel, als auch "traditionelle" Kopfhörer anzustecken. Auxilite zeigt sich dabei als schlankere Lösung, die allerdings mit 13 statt zehn Dollar etwas teurer ist und optional auch in einer Variante mit integriertem Smartphone-Ständer angeboten wird.

Während Auxilite in Sachen Finanzierung kurz nach dem Start bereits gut unterwegs ist und das Ildock das Fundingziel längst erreicht hat, sieht es für das Duoo-Dock eher schlecht aus. Dieses ist beinahe ident mit dem Ildoch und bedient sich mit dem Werbespruch "Make iPhone 7 great again" bei Donald Trump. Bislang wollte dafür aber niemand Geld ausgeben, was möglicherweise auch dem vergleichsweise heftigen Preis von 22 Dollar geschuldet ist.

Und dann gibt es noch Adapple von einem Münchner Start-up. Dieses sitzt im Gegensatz zu den anderen Lösungen nicht unterhalb des iPhones, sondern schmiegt sich hinten an. Eine Lösung, die ergonomisch durchaus interessant erscheint, aber bisher kaum nachgefragt ist. Dass die für 25 Euro angebotene Alternative die selbstgelegte Finanzierungsschwelle von 50.000 Euro erreichen wird, ist eher unwahrscheinlich.

eric mak

Geringes Interesse an Hüllen

Ähnlich ergeht es auch zwei Hüllen, die den fehlenden Stecker nachrüsten sollen. Während die Finanzierung für Fuze funktioniert hat, sieht es um das jCover und Sentinel Acoustic schlecht bestellt aus.

Einem spezielleren Problem soll sich derweil das Naked Case annehmen. Erstmals bietet Apple mit der diesjährigen Generation ein Smartphone in "Diamantschwarz" an. Das dunkle, glänzende Handy erweist sich allerdings als anfällig für Kratzer auf der Rückseite.

Wem konventionelle Schutzhüllen nicht gefallen, soll hier eine transparente, dünne und somit kaum erkennbare Alternative erhalten, die dank einer aus der Autoherstellung stammenden Beschichtung zuverlässig vor Schäden durch oberflächlichen Schäden schützen soll. Hier gibt es zwar schon 60 Unterstützer, dass das Projekt sein Einnahmenziel von 11.250 Dollar knacken wird, erscheint jedoch unwahrscheinlich.

Nischenproblem

Neben diesen durchaus ernstgemeinten Angeboten finden sich auf den Crowdfundingplattformen auch noch ähnliche Kampagnen, deren Aufbereitung und rudimentäre Beschreibungen allerdings nicht auf einen professionellen Hintergrund schließen lassen. Die Bilanz ist allerdings ernüchternd. Von sieben aktiven, ernstzunehmenden Kampagnen sind bislang nur zwei erfolgreich und eine auf gutem Weg. Die anderen vier sind de facto gescheitert.

Der fehlende Klinkenstecker erscheint zwar als günstige Gelegenheit, doch ohne ansprechendem Design und geschickter Vermarktung gibt hier wenig zu holen. Dafür ist der Einsatzzweck des gleichzeitigen Ladens und Musikhörens schlicht zu begrenzt. Und wer lediglich seine alten Kopfhörer an das iPhone 7 anstecken möchte, findet einen Adapter dafür bereits im Lieferumfang. (gpi, 23.10.2016)

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