Mossul, die größte Stadt unter Kontrolle des IS

17. Oktober 2016, 11:06
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Fakten zu Mossul, der zweitgrößten irakischen Stadt, in der vor der Einnahme durch den IS 2014 rund zwei Millionen Menschen lebten

Im Juni 2014 brachte der IS die Metropole unter seine Kontrolle. Mossul wurde angeblich von nur rund 800 IS-Kämpfern ohne großen Widerstand der als damals als korrupt geltenden Armee eingenommen. Der IS war sich seiner Position damals so sicher, dass sein Anführer, Abu Bakr al-Baghdadi, am helllichten Tage in die Große Al-Nuri-Mosche der Stadt marschieren konnte, um dort ein Kalifat auszurufen und sich zum Anführer aller Muslime der Welt zu erklären.

  • Ursprünglich lag Mossul am Westufer des Tigris. Die neuere Stadt erstreckt sich am Ostufer und umschließt dort die Ruinen der assyrischen Stadt Ninive. 390 Kilometer südlich liegt die Hauptstadt Bagdad.
  • Als zweitgrößte Metropole Iraks war Mossul einst das wirtschaftliche Zentrum im Nordwesten des Landes. Neben großen Erdölraffinerien ist dort auch die Textilverarbeitung von wirtschaftlicher Bedeutung.
  • Mossul ist ein Zentrum sunnitischer Araber. Neben der sunnitisch-muslimischen Mehrheit lebten dort aber auch viele Christen, vor allem Assyrer. Den Rest der Einwohnerschaft stellten Kurden, Turkmenen, Jesiden und Armenier. Diese Vielfalt wurde früher schon von extremistischen Sunniten und später vom IS bekämpft.
  • Dennoch galt Mossul als eine der aufgeklärtesten Städte im Nahen Osten. Sie beherbergte eine renommierte medizinische Hochschule, eines der größten Ausbildungs- und Forschungszentren der Region.
  • Einige der historischen Gebäude in Mossul stammen aus dem 13. Jahrhundert. Zu den bekanntesten gehören die Große Moschee und die Rote Moschee, mehrere islamische Schreine und Kirchen. Die IS-Extremisten habe viele der historischen Stätten zerstört.
  • Mossul erlebte schon in den letzten Tagen der Herrschaft Saddam Husseins eine Zeit des sunnitischen Extremismus, dem Nonnen und andere Christen zum Opfer fielen. Nach dem Sturz Husseins im Jahr 2003 flohen zahlreiche Anhänger des alten Regimes nach Mossul. Viele von ihnen verbündeten sich später mit dem IS, um gegen die schiitisch dominierte Regierung in Bagdad zu kämpfen.
  • Die Stadt war zur Zeit von Präsident Saddam Hussein als "Stadt der Millionen Offiziere" bekannt. Der Machthaber stammte selbst aus einer sunnitischen Familie und rekrutierte einen Großteil der Führung von Armee, Geheimdienst und Polizei aus Mossul und Umgebung. (Reuters, red, 17.10.2016)
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