Yahoo schaltet Mailweiterleitung wieder ein

17. Oktober 2016, 10:51
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Krisengebeutelter Konzern bestreitet Zusammenhang mit Überwachungsaffäre

Der Internetkonzern Yahoo hat sich einer Geheimanordnung gebeugt und monatelang im Auftrag von NSA und FBI sämtliche Mails an Kunden auf verdächtige Inhalte scannen lassen. Ein Vorgehen, das dem in den vergangenen Jahren krisengebeutelten Konzern viel Kritik einbrachte.

Zusätzlichen Unmut schürte man, als man kürzlich die Möglichkeit sperrte, eintreffende E-Mails automatisch an andere Adressen weiterleiten zu lassen. Schnell wurden Vorwürfe laut, man wolle Kunden daran hindern, zu anderen Webmail-Anbietern zu wechseln. Nun wurde die Weiterleitungsfunktion am Wochenende wieder aktiviert.

Plattformupgrade als Grund für Abschaltung

Als Grund für die temporäre Abschaltung hatte Yahoo selbst Wartungsarbeiten angegeben. Eine Position, die man in einem Blogpost bekräftigt. "Im Laufe des Jahres hat Yahoo Mail seine Plattform ausgebaut", argumentiert man den technischen Hintergrund. So habe man eine bessere Suche, besserer Performance und Unterstützung für die Verwendung mehrerer Konten ermöglicht.

Als Teil des Prozesses habe man die Weiterleitung kurzfristig abschalten müssen und entschuldige sich für die "Unterbrechung". Direkten Bezug auf die Anschuldigungen und den zeitlichen Zusammenfall mit dem Bekanntwerden der Überwachung nimmt man allerdings nicht. (gpi, 17.10.2016)

  • Am Wochenende hat Yahoo die automatische Weiterleitungsfunktion wieder aktiviert.
    foto: derstandard.at/pichler

    Am Wochenende hat Yahoo die automatische Weiterleitungsfunktion wieder aktiviert.

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