Restaurants und Hotels lassen Inflation steigen

17. Oktober 2016, 12:15
50 Postings

Treibstoffe bleiben auch im September Preisdämpfer

Wien – Die Teuerung ist im September in Österreich auf 0,9 Prozent gestiegen und wies damit den höchsten Wert seit Februar 2016 (+1,0 Prozent) auf. Von Mai bis August lag der Wert jeweils bei 0,6 Prozent, teilte die Statistik Austria am Montag in einer Aussendung mit. Preistreiber waren im Jahresabstand Restaurants und Hotels, die Preise in der Ausgabengruppe Verkehr gingen zurück.

Die Treibstoffpreise verbilligten sich im Jahresvergleich deutlich weniger stark als im August und den Vormonaten, blieben aber trotzdem noch Hauptpreisdämpfer. Nahrungsmittel verteuerten sich im September nur moderat. Gegenüber August stieg das durchschnittliche Preisniveau um 0,7 Prozent. Die Teuerung laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex (HVPI) lag im September im Jahresvergleich bei 1,1 Prozent.

Der tägliche Einkauf, der im Mikrowarenkorb abgebildet ist und überwiegend Nahrungsmittel enthält, wurde im September im Jahresabstand um 1,3 Prozent teurer (August +1,6 Prozent). Das Preisniveau des Miniwarenkorbes, der einen wöchentlichen Einkauf abbildet und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, stieg im Jahresabstand nur um 0,1 Prozent (August –1,0 Prozent).

Mäßig teurer wurden Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke, nämlich im Schnitt um 0,5 Prozent. Nahrungsmittel verteuerten sich insgesamt um 0,4 Prozent, Preisanstiege gab es bei Fleisch (+1,2 Prozent), Brot und Getreideerzeugnissen (+1,4 Prozent), Obst (+1,0 Prozent). Billiger wurden Milch, Käse und Eier (–1,3 Prozent) sowie Gemüse (–1,1 Prozent). Alkoholfreie Getränke kosteten um 1,6 Prozent mehr.

Wohnung, Wasser, Energie teurer

In der Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" legten die Preise durchschnittlich um 1,0 Prozent zu. Überdurchschnittlich stark stiegen Wohnungsmieten um 3,3 Prozent. Zugelegt haben auch die Betriebskosten für Mietwohnungen um 1,0 Prozent und jene für Eigentumswohnungen um 2,2 Prozent. Die Instandhaltung und Reparatur der Wohnung kostete um 0,8 Prozent mehr.

Die Heizölpreise sind im September im Jahresabstand deutlich gesunken, aber weniger als noch im August (September –8,8 Prozent, August –10,3 Prozent) und beeinflussten die Preisentwicklung der gesamten Haushaltsenergie immer noch merklich (durchschnittlich –1,0 Prozent; Gas –2,4 Prozent, feste Brennstoffe 0,0 Prozent, Fernwärme +1,2 Prozent und Strom +1,1 Prozent).

Bedeutendster Preistreiber im Jahresvergleich war laut Statistik Austria die Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (durchschnittlich +3,0 Prozent). In erster Linie waren die teureren Bewirtungsdienstleistungen (+3,1 Prozent) dafür verantwortlich. Beherbergungsdienstleistungen kosteten durchschnittlich um 2,4 Prozent mehr.

Durchschnittlich fielen die Preisanstiege in der Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" mit 1,1 Prozent aus. Freizeit- und Kulturdienstleistungen kosteten um 2,8 Prozent mehr, Pauschalreisen wurden sogar um 3,3 Prozent teurer.

Der billige Sprit führte in der Ausgabengruppe "Verkehr" zu einer Preissenkung um 0,8 Prozent. Die Treibstoffpreise gingen im September um 3,5 Prozent zurück und wirkten damit als Hauptpreisdämpfer. Im August hatte Treibstoff allerdings noch um 8,4 Prozent weniger gekostet. Flugtickets ins Ausland verbilligten sich um 6,2 Prozent. Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich hingegen um 3,7 Prozent.

Preise in der Eurozone steigen etwas stärker

Auch die Inflation in der Eurozone zieht wegen höherer Preise in Restaurants, für Wohnungsmieten und Zigaretten etwas an. Waren und Dienstleistungen kosteten im September durchschnittlich 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt Eurostat eine frühere Schätzung bestätigte. Im August hatte die Teuerungsrate lediglich 0,2 Prozent betragen. Sie liegt aber immer noch weit unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die einen Wert von knapp zwei Prozent als ideal für die Konjunkturentwicklung ansieht.

Ein weiterer Grund für den Anstieg ist die Entwicklung der Energiepreise, die nicht mehr so stark gefallen sind wie noch in den Vormonaten. So kostete Energie nur noch drei Prozent weniger als im September 2015, während der Rückgang im August noch fast doppelt so stark ausgefallen war.

Die EZB stemmt sich mit einer Geldflut gegen die geringe Teuerung. Die Währungshüter um EZB-Chef Mario Draghi haben den Leitzins auf null gesetzt und ihr Anleihenkaufprogramm ausgeweitet, um die Preise in die Höhe zu treiben und die Konjunktur zu stimulieren. Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Euro-Wächter bei ihrer Sitzung an diesem Donnerstag ihren Kurs nicht ändern werden. (APA, 17.10.2016)

  • Artikelbild
    grafik: apa
Share if you care.