Nachfolger von Dante Alighieri stoßen mit Wein auf die Börse an

17. Oktober 2016, 11:00
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Der italienische Kellerei Masi ist 2015 an die Börse gegangen. Die Übernahme des Prosecco-Herstellers Canevel soll die Aktie beflügeln

Mailand – Hat Italiens berühmter Dichter Dante Alighieri etwas mit der Börse zu tun? Besteht ein Zusammenhang zwischen Dantes Göttlicher Komödie und dem edlen Rotwein Amarone? Ja, es gibt tatsächlich einen.

Die Nachkommen des Dichterphilosophen, der von 1265 bis 1321 gelebt hat, die Familie Serego Alighieri, baut seit Jahrhunderten in Norditalien Wein an. Und die Alighieris kooperieren dabei mit der ebenfalls adeligen Winzerfamilie Boscaini, zu der auch die bekannte Kellerei Masi gehört.

Jenes Kapitel aus der Divina Commedia, in dem sich Dante mit dem Paradies auseinandersetzt, soll auf einem Landgut entstanden sein, das inmitten der Weinberge des Valpolicella liegt. Dort, ganz nah am Gardasee, produziert Masi seine Edeltropfen.

Kooperation bei Biowein

Gemeinsam stellen die Grafen Alighieri und Boscaini nicht nur einen der besten Amarone-Rotweine her. Auch bei Biowein kooperieren die Winzerfamilien und haben in der Toskana, im Val d'Orcia, gemeinsame Weinberge. Der dort hergestellte "Poderi BellOvile" wurde kürzlich mit dem Bio-Awards 2016 ausgezeichnet.

"Umweltverträglichkeit im Weinanbau zählt nicht nur zur Firmenethik, sondern entspricht auch der Kundennachfrage", philosophiert der Generaldirektor von Masi, Raffaele Boscaini, im Gespräch mit dem STANDARD. Masi Agricola hat erst kürzlich um insgesamt sieben Millionen Euro die Mehrheit am Prosecco-Hersteller Canevel erworben.

"Die Diversifikation auf Prosecco aus Valdobbiadene verleiht dem Titel einen Mehrwert", sagt Finanzberater Equita Sim und prognostiziert, dass sich die Canova-Produktion bis zum Jahr 2019 verdoppeln werde. Davon werde auch der Kurs der Masi-Aktie profitieren. Zur Erklärung: Im Sommer 2015 ist Masi Agricola an die Mailänder Börse gegangen.

Erster Italo-Winzer an die Börse

Masi war damit der erste Winzer in Italien, der diesen Schritt gewagt hat. Andere Weinhersteller, etwa Antinori aus der Toskana, spielen nun ebenfalls mit dem Gedanken, ihre Unternehmen an die Börse zu bringen. Entschieden ist das aber noch nicht.

Die trockenen Zahlen zum flüssigen Geschäft: Im ersten Halbjahr 2016 hat Masi Agricola seinen Umsatz um neun Prozent auf 30 Millionen Euro erhöht. Der Nettogewinn der Gesellschaft ist um 30 Prozent auf 3,9 Millionen Euro geklettert. Nach der hervorragenden Weinlese in diesem Herbst erwarten die italienischen Unternehmer für 2017 nicht nur qualitativ hervorragende Weine, sondern auch eine "kräftige" Umsatz- und Gewinnentwicklung. (Thesy Kness-Bastaroli, 17.10.2016)

  • Der heurige Jahrgang wird ein guter, sagen Experten. Freuen könnten sich somit auch Personen, die ihr Geld in Weinaktien angelegt haben.
    foto: istockphoto / luigi consiglio

    Der heurige Jahrgang wird ein guter, sagen Experten. Freuen könnten sich somit auch Personen, die ihr Geld in Weinaktien angelegt haben.

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