Spitzenfinish des WAC beim 2:2 gegen Salzburg

15. Oktober 2016, 17:51
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Mit zwei Treffern in den letzten Spielminuten holen die Wolfsberger gegen den Meister einen Punkt – Rot für Salzburger Caleta-Car wegen Torraubs

Wolfsberg – Red Bull Salzburg hat zum Auftakt der elften Runde der Fußball-Bundesliga leichtfertig Punkte verschenkt. Die Mannschaft von Coach Oscar Garcia lag am Samstag beim WAC nach Toren von Valentino Lazaro (45.) und Jonatan Soriano (85.) 2:0 voran, musste in einer packenden Schlussphase aber noch zwei Gegentreffer von Boris Hüttenbrenner (87.) und Jacobo (93./Elfmeter) zum 2:2-Endstand hinnehmen.

Der nun schon drei Partien sieglose Meister verabsäumte es damit, nach der 0:1-Heimniederlage gegen Sturm Graz vor der Länderspielpause auf die Siegerstraße zurückzukehren. Der Abstand zu den Grazern ist außerdem auf neun Zähler angewachsen.

Eine Rote mit Folgen

Duje Caleta-Car sah zudem noch in der 92. Minute die Rote Karte. Die Generalprobe vor dem Europa-League-Duell mit Frankreichs Tabellenführer OGC Nizza am Donnerstag in Wals-Siezenheim misslang damit ordentlich. Beide Teams stehen da unter Zugzwang, sind sie doch in der Gruppe I nach zwei Spielen noch punktlos.

Die Kärntner kämpften bis zuletzt wie die Löwen und wurden spät belohnt. Der zweite Punkt in den jüngsten fünf Runden fühlte sich wie ein Sieg an. Der Vorsprung des Achten auf das Tabellenende konnte vorerst auf fünf Zähler vergrößert werden. Gegen Salzburg gab es somit in der Lavanttal-Arena schon sechsmal in Folge keine Niederlage mehr, fünf der sechs jüngsten direkten Duelle endeten mit einem Unentschieden.

Ereignisreiche Schlussphase

Die 4.338 Zuschauer in Wolfsberg kamen erst in der Schlussphase so richtig auf ihre Rechnung. Der WAC kam bei einem Lattenschuss von Gerald Nutz (82.) dem 1:1-Ausgleich sehr nahe. Bei den Gästen war die Effizienz besser. Soriano ließ zwei Gegenspieler schlecht aussehen und traf aus 20 Metern platziert ins Eck (85.). Der Spanier traf damit in den letzten acht Spielen gegen den WAC immer. Die vermeintliche Entscheidung war damit aber nicht gefallen. Die Kärntner kamen mit einem Tausendguldenschuss zurück. Hüttenbrenner zog Volley aus 20 Metern ab und traf in seinem 200. Ligaspiel genau ins Kreuzeck (87.).

Die Kärntner warfen daraufhin alles nach vorne und durften jubeln. Caleta-Car brachte den durchbrechenden Philip Hellquist im Strafraum zu Fall und wurde wegen der Notbremse von Dominik Ouschan auch ausgeschlossen. Den verhängten Elfmeter verwertete Jacobo souverän (93.).

Zuvor hatte die Partie über weite Strecken wenig zu bieten. Die Salzburger gingen durch einen Lazaro-Kopfball nach Lainer-Flanke in Führung (45.) und kontrollierte das Geschehen ohne zu glänzen. Der WAC konnte die Partie zwar offen halten, sich aber genauso wenig Topchancen erarbeiten.

Guter Schlager, glückloser Dabbur

Garcia reagierte auf den Personalengpass im Mittelfeldzentrum mit der Hereinnahme von Xaver Schlager. Der 19-jährige U21-Teamkicker hatte diese Saison zumeist für Liefering in der Erste Liga gespielt und kam zu seinem vierten Einsatz im Oberhaus, bei dem er ganz passabel agierte. An vorderster Front durfte sich Munas Dabbur gemeinsam mit Soriano versuchen, der Israeli blieb aber auch in seinem neunten Ligaeinsatz im Abschluss glücklos, hält damit weiter nur bei einem Saisontor und wurde schon in der 59. Minute ausgetauscht.

Auch da er in der 42. Minute bei seiner besten Aktion nach schönem Zusammenspiel mit Lazaro hauchdünn das Tor verfehlte und bei einem Volley-Abschluss in Dobnik seinen Meister fand (52.). Es waren zwei der wenigen Großchancen der Salzburger in einer ereignisarmen Partie. (APA, 15.10.2016)

Bundesliga – 11. Runde

WAC – Red Bull Salzburg 2:2 (0:1)
Wolfsberg, Lavanttal-Arena, 4.338, SR Ouschan

Torfolge:
0:1 (45.) Lazaro
0:2 (85.) Soriano
1:2 (87.) Hüttenbrenner
2:2 (93.) Jacobo (Elfmeter)

WAC: Dobnik – Standfest, Hüttenbrenner, Rnic, Klem – Wernitznig (83. Holzer), Rabitsch (65. Jacobo), Tschernegg, G. Nutz – Prosenik, Topcagic (64. Hellquist)

Salzburg: Walke – Lainer, Miranda, Caleta-Car, Ulmer – Upamecano, Schlager – Lazaro, Dabbur (59. Minamino), V. Berisha (72. Hwang) – Soriano

Gelbe Karten: Keine bzw. Upamecano

Rote Karte: Caleta-Car (92./Torraub)

Stimmen

Heimo Pfeifenberger (WAC-Trainer): "Das ist genau dieser emotionale Moment, der uns auszeichnet, und uns vor allem in den Spielen gegen die sogenannten großen Clubs geholfen hat. Man sieht was im Fußball alles möglich ist. Wichtig ist, dass man bis am Schluss daran glaubt. Wir haben von Anfang an wenig zugelassen und selbst ein paar Chancen gehabt. Nach dem Tor kurz vor der Pause haben wir lange gebraucht, bis wir uns wieder hinausgetraut haben. Das Finish hat uns dann für vieles entschädigt. Der Anschlusstreffer war der Weckruf."

Oscar Garcia (Salzburg-Trainer): "Wir haben das Spiel bis zum 2:0 unter Kontrolle gehabt, aber in den letzten Minuten waren wir nicht in der Lage, uns auf die langen Bälle des Gegners gut einzustellen. Wir konnten das nicht verteidigen. In der Schlussphase hat der Mannschaft auch die Erfahrung gefehlt. Für mich sind wir nicht in einer Krise. Wir müssen ruhig bleiben, weiter an uns arbeiten und von Spiel zu Spiel schauen. Es sind noch viele Spiele zu spielen."

  • Die Bullen verspielten in Wolfsberg eine komfortable 2:0-Führung und sind damit schon drei Runden ohne Sieg.
    foto: apa/gert eggenberger

    Die Bullen verspielten in Wolfsberg eine komfortable 2:0-Führung und sind damit schon drei Runden ohne Sieg.

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