Haller, Eisel Außenseiter im WM-Straßenrennen

14. Oktober 2016, 17:06
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Auf nahezu brettelebener Strecke scheint eine Sprintentscheidung logisch – Hitze und Wind als Störfaktoren

Doha – Die Sprinter sollten am Sonntag (09.30 Uhr MESZ) im Elite-Straßenrennen der Rad-WM in Doha den Sieg unter sich ausmachen. Die Deutschen Marcel Kittel und Andre Greipel sowie der Brite Mark Cavendish gelten auf der extrem flachen Strecke als Titelanwärter. Doch Temperaturen von mehr als 40 Grad und der Wind werden das 257-km-Rennen erschweren – Überraschungen sind daher nicht ausgeschlossen.

Der österreichische Radsportverband bietet nach der Absage des erkrankten Matthias Brändle nur ein Duo auf. Marco Haller sieht seine kleine Chance in der Rolle des Außenseiters, Bernhard Eisel soll seinen Freund bestmöglich unterstützen. "Alle schauen auf den Sprint, aber dieser Kurs lässt sehr viel zu", meinte Haller gegenüber der APA. "Hitze, Wind, mögliche Stürze und Attacken bringen viele Facetten. Das lässt auch mich hoffen."

Eisel kommt mit der Hitze besser zurecht als sein zehn Jahre jüngerer Teamkollege. "Ich finde es nicht so schlimm. Aber für die Finanzen der UCI und damit für uns alle ist diese WM sicher ein Jackpot – da kann es schon ein bisserl wärmer sein", meinte der 35-jährige Steirer.

Die großen Teams – sie dürfen jeweils neun Teilnehmer stellen – setzen auf die Sprinter, fahren zum Teil aber auch mit Doppel-Strategie. So gilt Olympiasieger Greg van Avermaet bei Belgien als Joker, sollte Ex-Champion Tom Boonen im Finale nicht mehr mitmischen können. Spürt der britische Ex-Weltmeister Mark Cavendish die Folgen seiner Krankheit noch zu sehr, dann könnte Stephen Cummings wie bei der Tour de France eine Attacke setzen. Auch Titelverteidiger Peter Sagan (SVK) geht keineswegs chancenlos ins Rennen.

Das Rennen wird beim Sitz der im Sport als Großsponsor tätigen Qatar Foundation gestartet und führt nach Norden nach Al Khor und zurück in die Hauptstadt. Dort werden noch fast 100 Kilometer (7 Runden) auf einem ziemlich winkeligen Kurs auf der künstlich angelegten Insel "The Pearl" absolviert.

Boonen weiß als Gewinner von 22 Etappen der Katar-Rundfahrt, worauf es bei Rennen in dem Golf-Emirat ankommt. Der Wind und die Hitze in der Wüste könnten dafür sorgen, dass kein Team frisch zum Finale auf dem Rundkurs kommt, meinte der Belgier, der am Samstag 36 Jahre alt wird. "Kein Team wird mehr als zwei, drei Fahrer in der Spitzengruppe haben. Am Schluss wird es keine Sprinter oder Helfer oder Leader mehr geben. Dann fährt jeder nur für sich selbst." (APA, 14.10.2016)

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