Positive Bilanz in London

14. Oktober 2016, 16:50
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Wertverfall des Pfunds motiviert Käufer bei Auktionen und Messen

Der Ausgang des Brexit-Referendums leitete einen Wertverfall des britischen Pfunds ein, der Kunstkäufern in der Marktmetropole London zum Vorteil, Verkäufern aus den USA oder Europa jedoch zum Nachteil gereicht. Die Entwicklung der vergangenen Monate: Bei den Impressionist-Versteigerungen (21./22. Juni) hatten die Auktionshäuser den Wechselkurs noch mit 1,47 Dollar oder 1,3 Euro für ein Pfund festgelegt. Bei den Zeitgenossen-Auktionen sieben Tage später lag der Wert nur noch bei 1,33 oder 1,2 Euro.

Zum Auftakt der Frieze Week war der Kurs 2015 noch bei 1,547 Dollar oder 1,356 Euro gestanden, während sich der Vergleichswert vergangene Woche (4. 10.) auf 1,276 Dollar oder 1,141 Euro belief. In den Folgetagen purzelte das Pfund auf seinen bisherigen Tiefststand. Der Kauffreude von Sammlern tat dies keinen Abbruch, der Flucht in Sachwerte sei Dank. Sowohl das Angebot der Frieze Art Fair als auch jenes der Frieze Masters barg gegenüber den Verkaufspreisen bei der Art Basel (Juni) und der Tefaf Maastricht (März) teils Rabatte von fast 20 Prozent.

Die Bilanz der aktuellen Auktionen der Sparten Contemporary & Post-War liest sich durchaus positiv: Bei Christie's summierten sich die Umsätze aus vier Sitzungen und nach 19 Künstlerrekorden auf etwas mehr als 91 Millionen Pfund (115,61 Mio. Dollar) – 2015 waren es allerdings noch 107,71 Millionen Pfund (166,27 Mio. Dollar) gewesen. Kontrahent Sotheby's lag nach drei Sales bei einem aktuellen Total von 84,5 Millionen Pfund (104,54 Mio. Dollar) gegenüber 89,8 Millionen Pfund (139 Mio. Dollar) im Vergleichszeitraum 2015.

Den höchsten Zuschlag der Woche notierte Sotheby's für Jean-Michel Basquiats Hannibal (1982). Im November 2015 war das 1999 in einer Ausstellung in Wien gezeigte und in der Mugrabi Collection beheimatete Werk noch bei einer Taxe von acht bis zwölf Millionen Dollar in New York gescheitert, jetzt wechselte es für 10,56 Millionen Pfund (11,69 Mio. Euro) in eine europäische Privatsammlung. (kron, 15.10.2016)

  • Jean-Michel Basquiats "Hannibal" (1982) gastierte 1999 als Leihgabe der Mugrabi Collection in der Kunsthalle Wien und wechselte jetzt für umgerechnet 11,69 Millionen Euro den Besitzer.
    foto: sotheby's

    Jean-Michel Basquiats "Hannibal" (1982) gastierte 1999 als Leihgabe der Mugrabi Collection in der Kunsthalle Wien und wechselte jetzt für umgerechnet 11,69 Millionen Euro den Besitzer.

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