Graz ist Blitzhauptstadt in Österreich

14. Oktober 2016, 14:04
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Seit acht Jahren hat es in Österreich nicht mehr so oft geblitzt wie heuer. Die Schäden gehen in die Millionen

Österreich ist geladen. 1,2 Millionen Mal hat es in diesem Jahr in Österreich bislang geblitzt – so häufig wie seit 2008 nicht mehr. Das zeigt eine mit den Meteorologen von Ubimet durchgeführte Erhebung der Uniqa-Versicherung. Den "Feuergürtel" bilden dabei die Steiermark, Mühl- und Waldviertel sowie Tirol. Die in ganz Österreich entstandenen Schäden belaufen sich für die Uniqa bis jetzt auf 5,6 Millionen Euro, wobei lediglich in 0,2 Prozent der Fälle der Blitz direkt ins Haus einschlug.

"Zu den häufigsten Schäden zählen defekte Elektrogeräte durch indirekten Blitzeinschlag", konstatiert Andreas Kößl, Vorstand der Uniqa Österreich. Ein indirekter Blitzschlag liegt dann vor, wenn es infolge eines Einschlags auf einem oder in der Nähe eines Grundstücks zu einer Überspannung im Stromnetz kommt und dadurch elektrische Geräte oder Leitungen im Haus beschädigt werden. Die daraus entstandenen Schäden beliefen sich in den ersten drei Quartalen 2016 für den Versicherer auf 5,6 Millionen Euro. Im Schnitt hinterließ ein Blitz einen Schaden von 740 Euro, 7.500 Fälle wurden der Uniqa gemeldet.

Besonders die Sommermonate von Anfang Juni bis Ende August waren eine äußerst durchwachsene Periode. Kaum eine Woche ohne Unwetterwarnung oder Murenabgänge. "Die drei Monate waren geprägt von Tiefdruckeinfluss, beständige lange Hitzewellen hingegen blieben heuer aus", so Ubimet-CEO Michael Fassnauer. Die Folge war der blitzreichste Sommer seit mindestens sieben Jahren. Blitzhauptstadt im Gesamtjahr war Graz, am meisten verschont blieb Eisenstadt. Nach Bundesländern gewitterte es einmal mehr in der Steiermark (24 Prozent) am meisten, gefolgt von Kärnten und Oberösterreich. Vorarlberg bildet das Schlusslicht (2 Prozent). Glaubt man den Klimaforschern, wird auch Österreich in den nächsten Jahrzehnten immer häufiger mit extremen Wetterereignissen konfrontiert sein. Für die kommenden Jahre rechnet Kössl mit einer Zunahme von Gewittern in der Größenordnung von zwei Millionen Blitzen pro Jahr.

Versicherungen im Sturmtief

Für Schäden am und im Haus ist die Hausratversicherung – als Teil der Eigenheimversicherung – zuständig. Die überwiegende Mehrheit der Österreicher hat so eine Versicherung. Die deckt in der Regel durch Sturm (ab 60 Kilometer pro Stunde), Blitz oder Hagelschlag verursachte Schäden ab.

Das Problem: Anders als beispielsweise in Deutschland und der Schweiz, wo als Zusatz die sogenannte Elementarversicherung angeboten wird, greift die Haushaltsversicherung bei Hochwasserschäden und Schäden durch Starkregen nicht. Laut Verein für Konsumentenschutz (VKI) enthalten zwar neuere und vor allem teurere Polizzen meist schon ein Katastrophenschutzpaket, aber auch das bietet keinen echten Schutz: Die Standarddeckung liege üblicherweise zwischen 3.000 und 10.000 Euro und sei angesichts der Verwüstungen oft nicht mehr als ein Trostpflaster. (red, 14.10.2015)

  • So idyllisch wie hier sieht es nicht immer aus. Laut Klimaforschern sollen sich die Wetterextreme in den nächsten Jahren verschärfen.
    foto: apa/silas stein

    So idyllisch wie hier sieht es nicht immer aus. Laut Klimaforschern sollen sich die Wetterextreme in den nächsten Jahren verschärfen.

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