Israel setzt Zusammenarbeit mit Unesco aus

14. Oktober 2016, 12:12
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Wegen Resolutionen über "besetztes Palästina" – "Jüdische Verbindungen zu Jerusalem ignoriert"

Jerusalem/Paris – Israel hat seine Zusammenarbeit mit der UN-Kulturorganisation Unesco bis auf weiteres ausgesetzt. Damit protestiert die Regierung gegen zwei Resolutionen über besetzte palästinensische Gebiete, erklärte Bildungsminister Naftali Bennett am Freitag. Er habe die nationale israelische Unesco-Kommission angewiesen, ihre Aktivitäten mit der Unesco vorläufig zu beenden.

In den beiden Resolutionen, deren Texte der Nachrichtenagentur AFP vorliegen, ist vom "besetzten Palästina" sowie von dem Ziel die Rede, "das palästinensische Kulturerbe und den unverkennbaren Charakter von Ostjerusalem zu bewahren". Israel wird als "Besatzungsmacht" bezeichnet. Bennett warf Unesco-Generalsekretärin Irina Bokowa in einem Schreiben vor, dass die Organisation die "tausendjährigen jüdischen Verbindungen zu Jerusalem" ignoriere. Zudem leiste sie dem "islamistischen Terror" Vorschub.

Abstimmung am Dienstag

Die von sieben arabischen Ländern – darunter Ägypten, Libanon und Algerien – eingebrachten Resolutionen waren am Donnerstag von einer Unesco-Kommission angenommen worden. Die endgültige Abstimmung ist für Dienstag geplant.

In dem zur Abstimmung vorgelegten Textentwurf wird nach israelischen Angaben für den für Judentum wie Islam wichtigen Jerusalemer Tempelberg nur der arabische Name "Haram al-Sharif" verwendet. Außerdem werde dem Judentum eine historische Verbindung zu seinem wichtigsten Heiligtum, der Klagemauer, abgesprochen.

24 Länder stimmten laut dem israelischen Nachrichtenportal "Ynet" für den Entwurf, darunter Brasilien, China, Russland und Südafrika. 26 Staaten enthielt sich demnach, darunter die EU-Mitglieder Frankreich, Italien, Slowenien und Schweden sowie die Ukraine. Nur sechs Länder stimmten dagegen: die USA, Großbritannien, Deutschland, Estland, Litauen und die Niederlande. Serbien und Turkmenistan enthielten sich, Österreich ist in dem Gremium derzeit nicht vertreten. (APA, 14.10.2016)

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