Erzeugerpreise in China steigen erstmals seit fünf Jahren marginal

14. Oktober 2016, 09:10
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Miniplus von 0,1 Prozent gibt Börsen Auftrieb. Verbraucherpreise steigen wieder kräftiger

Peking – Die chinesischen Produzenten haben im September erstmals seit knapp fünf Jahren etwas höhere Preise durchsetzen können. Der Anstieg fiel mit 0,1 Prozent zwar nur minimal aus, wie das Statistikamt am Freitag bekanntgab.

Doch das genügte, um an den Börsen die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Konjunktur in der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft zu wecken – zumal Ökonomen mit einem weiteren Rückgang um 0,3 Prozent gerechnet hatten.

Bei der NordLB sprach man von einem Ausrufezeichen. "Auch wenn heute kaum von einer überaus ausgeprägten Bewegung die Rede sein kann, darf die Signalwirkung nach unserer Auffassung nicht unterschätzt werden", sagte ihr China-Experte Frederik Kunze. "Immerhin können Preisanstiege schuldengeplagten chinesischen Unternehmen über steigende Erträge eine willkommene Entlastung geben."

Warnung vor Kreditblase

Zuletzt warnte der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer Kreditblase. Bereits jetzt säßen die chinesischen Unternehmen auf einem Schuldenberg von umgerechnet rund 16 Billionen Euro, was 169 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes entspreche. Um diese abbauen zu können, sind steigende Einnahmen notwendig.

Seit März 2012 sind die Erzeugerpreise stetig zurückgegangen. Den Experten zufolge gehen die steigenden Preise hauptsächlich auf Kohle und Stahl zurück. Der Vorrat ist wegen der Schließung von einigen Produktionsstätten geschrumpft, was wiederum die Preise in die Höhe treibt.

Auch bei den Verbraucherpreisen zeigt sich eine Verbesserung der Wirtschaftslage. Die Inflationsrate legte im September im Vergleich zum Vorjahr auf 1,9 Prozent zu. Analysten hatten lediglich mit 1,6 Prozent gerechnet, nachdem sie im August noch bei 1,3 Prozent gelegen hatte und damit so niedrig wie seit zehn Monaten nicht mehr. Vor allem für Lebensmittel mussten die Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Die Preise zogen um 3,2 Prozent an. (APA/Reuters, 14.10.2016)

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