Kolumbien: Waffenstillstand mit Farc bis Jahresende verlängert

14. Oktober 2016, 05:43
12 Postings

Präsident Santos erhofft rasche Einigung auf Änderungen an dem Friedensvertrag, den die Bevölkerung in einem Referendum knapp abgelehnt hatte

Bogota – Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos hat den Waffenstillstand mit der Farc-Guerilla bis Jahresende ausgedehnt. "Ich habe die Entscheidung getroffen, den bilateralen Waffenstillstand bis zum 31. Dezember zu verlängern", sagte Santos am Donnerstag in einer Fernsehansprache. "Um es klarzustellen: Das ist weder ein Ultimatum noch eine Frist."

Er hoffe aber, dass die Verhandlungen über Änderungen am Friedensabkommen deutlich früher beendet werden. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) und die Regierung hatten sich Ende August nach vierjährigen Verhandlungen auf ein Friedensabkommen geeinigt. Anfang Oktober stimmten die Kolumbianer in einem Referendum jedoch mit einer hauchdünnen Mehrheit dagegen. Der vereinbarte Waffenstillstand würde deshalb normalerweise am 31. Oktober enden.

Friedensnobelpreis zugesprochen

Santos war vergangene Woche für seine Bemühungen der Friedensnobelpreis zugesprochen worden. Er bemüht sich nach dem gescheiterten Referendum um eine Überarbeitung des Friedensvertrags. Farc-Chef Rodrigo Londoño alias Timochenko sagte am Mittwoch, er hoffe auf eine rasche Überarbeitung des Vertragstextes.

Die Farc hatte 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. In den Konflikt waren neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen wie die ELN, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden dabei mehr als 260.000 Menschen getötet, 45.000 Menschen gelten als vermisst. Die kolumbianische Regierung will Ende Oktober auch Verhandlungen mit der zweitgrößten Rebellengruppe ELN beginnen. (APA, AFP, 14.10.2016)

Share if you care.