Ermittlungen zu italienischem Wirtschaftsblatt "Sole 24 Ore"

13. Oktober 2016, 17:00
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Verdacht auf Bilanzfälschungen bei der größten Wirtschaftstageszeitung Europas seit dem Börsengang 2007

Mailand – Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zu den Bilanzen von Europas größter Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore" eingeleitet. Die Ermittlungen wurden aufgrund einer Anzeige von Konsumentenschutzverband Adusbef aufgenommen, sowie einiger Journalisten der Mailänder Tageszeitung, die Bilanzfälschungen seit dem Börsengang der Tageszeitung vermuten, berichteten italienische Medien.

"Wir sind ein offenes Buch und können höchste Transparenz garantieren", erwiderte die Mediengruppe "Sole 24 Ore", die die Tageszeitung herausgibt. Die Gesellschaft im mehrheitlichen Besitz des Industriellenverbands Confindustria hatte am 30. September mitgeteilt, im ersten Halbjahr 2016 einen Verlust von 49,8 Millionen Euro verzeichnet zu haben. Der Umsatz betrug im ersten Halbjahr 151,8 Millionen Euro.

Größte Wirtschaftstageszeitung Europas

Der Betriebsrat erklärte sich über die wirtschaftliche Situation der seit 2007 an der Mailänder Börse notierten Tageszeitung besorgt. Die Zukunft des Unternehmens sei schwer gefährdet, hieß es in einer Presseaussendung. Der Industriellenverband Confindustria, der 65 Prozent am Medienkonzern hält, hat sich bereit erklärt, eine Kapitalaufstockung zu unterstützen. Die Gläubigerbanken seien zu einer Neuverhandlung der Kreditlinie bereit, hieß es.

Mit einer Auflage von 191.000 Exemplaren ist "Sole 24 Ore" auflagenmäßig die drittstärkste Tageszeitung in Italien. "Il Sole 24 Ore" ist inzwischen vor der "Financial Times" Europas größte Wirtschaftstageszeitung. Vor rund 40 Jahren aus einer Fusion zweier Wirtschaftstitel hervorgegangen, gilt die Mailänder Zeitung als das politisch unabhängigste Blatt des Landes. (APA, 13.10.2016)

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