Neues Zentrum soll Quantenforschung in Österreich stärken

13. Oktober 2016, 14:42
1 Posting

Erwin Schrödinger Center for Quantum Science and Technology (ESQ) erhält bis 2020 fünf Mio. Euro für Postdocs und Einzelprojekte

Wien – Ein neues Zentrum soll die Quantenforschung in Österreich stärken: Das Erwin Schrödinger Center for Quantum Science and Technology (ESQ) erhält von 2016 bis 2020 eine Mio. Euro pro Jahr, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte. Damit sollen Postdocs ins Land geholt und innovative Projekte junger Quantenforscher gefördert werden.

"Quantenforschung ist die Basis vielversprechender Zukunftstechnologien und Österreichs Wissenschaftseinrichtungen sind in diesem Feld schon jetzt international führend", erklärte Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) in einem Statement. Mit dem ESQ solle das vorhandene Know-how weiter gebündelt und gestärkt sowie Innovationspotenziale gehoben werden.

Postdoc-Anstellungen

Seitens des Ressorts verweist man auf die hohen Publikations- und Zitationszahlen in renommierten Fachjournalen der in Österreich in der Quantenforschung tätigen 26 Forschungsgruppen, die primär in Wien und Innsbruck angesiedelt sind. "Mit dem ESQ wollen wird diese existierenden Stärken aufrechterhalten und ausbauen", erklärte der Sprecher des Zentrums, Markus Arndt, Professor für Quantenphysik an der Uni Wien. Getragen wird das ESQ von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Kooperation mit den Universitäten Wien und Innsbruck sowie der Technischen Universität (TU) Wien.

Geplant ist, die Hälfte der jährlich zur Verfügung stehenden Mittel für die Anstellung von Postdocs aufzuwenden. Bei der EU wurde dafür ein entsprechendes Co-Funding-Programm eingereicht, womit die Mittel bei Genehmigung verdoppelt würden. So sollen in den fünf Jahren Laufzeit 24 Postdocs für zwei Jahre aus dem Ausland an heimische Quantenforschungseinrichtungen geholt werden, auch vielversprechende österreichische Physiker, die bisher im Ausland tätig waren, könnten damit eine Möglichkeit zur Rückkehr erhalten.

Internationale Positionierung

Die anderen 500.000 Euro sollen für innovative Einzelprojekte von Wissenschaftern zur Verfügung stehen. Etwa fünf bis zehn kleinere Projekte könnten damit pro Jahr gefördert werden. Laut Arndt wird derzeit noch diskutiert, wie die Mittel vergeben werden.

Das "Erwin Schrödinger Center" soll auch die Positionierung der österreichischen Quantenforschung nach außen verbessern, "um europäische Chancen besser wahrnehmen zu können und in EU Förderprogrammen mit einer Stimme aufzutreten", wie es seitens des Ministeriums heißt. ÖAW-Präsident und Quantenphysiker Anton Zeilinger zeigte sich erfreut darüber, mit dem ESQ dazu beitragen zu können, "dass die heimische Quantenforschung als gemeinsames Stärkefeld international wahrgenommen wird". (APA, 13.10.2016)

Share if you care.