Wie Basstölpel immense Eintauch-Geschwindigkeiten überstehen

13. Oktober 2016, 08:00
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Forscher untersuchten die Biomechanik des Stoßtauchens mit bis zu 100 km/h

Blacksburg – Die etwa gänsegroßen Basstölpel haben es im Eintauchen zur Meisterschaft gebracht: Als Stoßtaucher durchdringen die Meeresvögel mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h die Wasseroberfläche, um Fische zu jagen. Menschen würden einen solchen Aufprall nur schwer verletzt oder gar nicht überleben.

Freilich weisen die Basstölpel anatomische Anpassungen auf, die diese Tauchleistung ermöglichen. Sie verfügen etwa über keine äußeren Nasenlöcher und ein langes Brustbein, das die Eingeweide vor der Wucht des Aufpralls schützt. Der Hals der Vögel ist aber vergleichsweise zart.

Wie sie das Stoßtauchen dennoch unbeschadet überstehen, haben nun Forscher der Virginia Tech in Blacksburg untersucht. Um die Biomechanik experimentell testen zu können, analysierten sie Highspeedaufnahmen und fertigten detailgetreue Vogelmodelle an.

Es zeigte sich: Die Tölpel spannen kurz vor dem Eintauchen die Nackenmuskulatur an und strecken den sonst leicht gekrümmten Hals durch. Zusammen mit Schnabel- und Kopfform entsteht ein perfekter Pfeil, dem der rasante Aufprall nichts anhat. (red, 13.10.2016)

  • Perfekt in Form: Basstölpel beim Stoßtauchen.
    foto: sunny jung/virginia tech

    Perfekt in Form: Basstölpel beim Stoßtauchen.

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