Sozialisierte Wildtiere haben Spaß am Training mit Menschen

14. Oktober 2016, 13:00
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An Menschen gewohnte Wölfe haben offenbar Gefallen an Übungseinheiten

Wien – "Sitz", "Platz", "dreh dich" und "gib Pfote" – beim Training machen den Umgang mit Menschen gewohnte Wölfe fast so enthusiastisch mit wie Hunde. Eine Quälerei ist das für die Tiere ab nicht – im Gegenteil: Es reduziert ihre Stresspegel, wie nun österreichische Forscher mit Kollegen herausfanden. Durch regelmäßiges Üben könnte man daher die Lebensumstände vieler Zootieren verbessern, erklären sie. Ihre Studie erschien im Fachmagazin "Plos One".

Die Forscher um Kurt Kotrschal vom Wolf Science Center (WSC) in Ernstbrunn (NÖ) haben mit Hunden und Wölfen, die von Geburt an auf Menschen sozialisiert wurden, verschiedene Übungen trainiert und dabei die Menge des Stresshormons Kortisol bei den Tieren gemessen. Am Anfang war der Hormonspiegel aus Vorfreude hoch, dann setzte ein Entspannungseffekt ein, erklärte Kotrschal.

Soziales Miteinander baut Stress ab

"Das Training ist eine soziale Interaktion und nicht nur der Mensch freut sich, wenn eine Übung gelingt, sondern auch der Wolf oder Hund", sagte er. Das Belohnungssystem im Gehirn wird daher aktiviert und die Stresshormone weniger. Dies könne auch bei auf Menschen sozialisierten Zootieren gut funktionieren, die ansonsten den ganzen Tag nichts zu tun und daher erhöhte Stressniveaus haben, meint er.

"Uns hat auch erstaunt, wie gut die Beteiligung der Wölfe an diesen vollkommen freiwilligen Trainings war", so der Verhaltensforscher. Obwohl sie keine domestizierten Tiere sind, waren die Wölfe fast genau so eifrig bei der Sache wie die Hunde. Vorsichtig müsse man aber mit nicht sozialisierten Wildtieren sein. Denn jenen bereitet der intensive Umgang mit Menschen vermutlich erheblichen Stress. (APA, red, 14.10.2016)

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