Falsches Jubiläum mit echten Hoffnungsträgern

12. Oktober 2016, 16:45
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Drei Österreicher stürmen in die sogenannte Centennial Season der nordamerikanischen Eishockeyliga. Der Kärntner Michael Grabner dürfte mit den New York Rangers noch die besten Chancen haben, zum Stanley Cup hinzuriechen

New York – Mit vier Partien hob in der (mitteleuropäischen) Nacht auf heute, Donnerstag, die hundertste Saison der National Hockey League (NHL) an, seit die Elitemeisterschaft des nordamerikanischen Eishockeys unter diesem Namen firmiert. Im Grunde wird wegen des sogenannten Lockouts 2004/05 (Aussperrung der für höhere Gehälter streikenden Spieler durch die Klubbesitzer) erst die 99. NHL-Saison ausgespielt, aber das ficht die Vermarkter in der New Yorker Ligazentrale nicht sonderlich an.

Die Jubiläumssaison schmücken auch jene drei Österreicher, die auch in der Vorsaion mit von der Partie waren. Für den 27-jährigen Kärntner Michael Raffl ist die Centennial Season die vierte Spielzeit bei den Philadelphia Flyers, während Thomas Vanek und Michael Grabner, die ebenso erst in der Nacht auf Freitag entfesselt werden, für neue Klubs auf Tor- und Punktejagd gehen.

Glamour für Grabner

Der 32-jährige Steirer Vanek war im Sommer von Minnesota Wild abgefertigt worden und hat für seine zwölfte NHL-Saison bei den Detroit Red Wings einen Einjahresvertrag unterschrieben. Michael Grabner wechselte nach Ablauf seines Kontrakts mit den Toronto Maple Leafs vor seiner achten Saison zu den New York Rangers und unterschrieb für den Glamourklub für zwei Jahre.

Der 29-jährige Kärntner dürfte auch die besten Chancen auf eine überlange Saison haben. Die Rangers, die im Madison Square Garden mit einem Heimderby gegen Grabners Ex-Klub New York Islanders beginnen, haben mit dem schwedischen Goalie Henrik Lundqvist und dem kanadischen Stürmer Rick Nash zwei der absoluten NHL-Stars in der Mannschaft. Allerdings gilt die Verteidigung von Coach Alain Vigneault als rechter Schwachpunkt. Grabner soll jedenfalls mithelfen, das grottige Unterzahlspiel der Rangers zu verbessern.

Ruhm für Raffl

Sein Villacher Freund Raffl hat in der vergangenen Saison als einziger Spieler der Flyers alle 82 Partien der Regular Season absolviert. Mit 13 Treffern war er abgesehen von der Einserlinie der beste Torschütze unter den Stürmern der Broad Street Bullies. Raffl genießt bei Coach Dave Hakstol höchstes Ansehen: "Er sorgt für Puckbesitz. Durch seine Explosivität und seine Kraft kreiert er Torchancen, aber er ist hinten auch ein Arbeitstier."

Wie die Rangers und die Flyers haben auch die Red Wings aus Detroit in der Vorsaison die Playoffs erreicht, wie diese aber auch gleich in der ersten Runde die Segel streichen müssen. Recht viel mehr dürfte wieder nicht drinnen sein. Im russischen Center Pawel Dazjuk ging der zweiteifrigste Punktesammler an St. Petersburg verloren.

Vanek soll die insgesamt schwache Torausbeute von Detroit heben helfen. Im World Cup und zuletzt in Testspielen zeigte sich Österreichs langlebigster NHL-Export gut bei Schuss.Detroit war 1998 übrigens der bisher letzte Klub, der den Stanley Cup verteidigen konnte. Den Pittsburgh Penguins ist dieses Kunststück zuzutrauen, auch wenn Superstar Sidney Crosby wegen einer Gehirnerschütterung noch länger ausfällt. (APA, lü, 12.10.2016)

  • Die neue Eishockey-Heimat für Michael Grabner ist der Madison Square Garden.
    foto: apa/afp/getty images/bruce benne

    Die neue Eishockey-Heimat für Michael Grabner ist der Madison Square Garden.

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