Putin: US-Skandal um Wikileaks-E-Mails nicht im Interesse Russlands

12. Oktober 2016, 15:26
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Präsident sieht Trübung in Verhältnis zu Washington und kritisiert Frankreichs UN-Resolution zu Syrien

Washington/Moskau – Russlands Präsident Wladimir Putin sieht den Skandal um die Veröffentlichung von gehackten E-Mails der US-Demokraten durch Wikileaks nicht im Interesse seines Landes. Alle Seiten im US-Wahlkampf missbrauchten Russland rhetorisch für ihre Zwecke, sagte Putin am Mittwoch. Seine Regierung werde aber, egal wer die Wahl im November gewinne, mit demjenigen zusammenarbeiten.

Zugleich betonte Putin, ihm falle der Dialog mit der derzeitigen US-Regierung von Präsident Barack Obama schwer. "Es ist notwendig, sich wie ein Partner zu verhalten und die Interessen des Anderen zu berücksichtigen", sagte der russische Präsident. "Wir sind dazu bereit", fügte er hinzu. Er warf der US-Regierung vor, vor dem Umsturz in der Ukraine 2014 die Opposition finanziert und den "Coup d'Etat" dort begünstigt zu haben. Russland habe darum der russischen Bevölkerung in der Ukraine helfen müssen.

Veto

Auch beschuldigte der russische Präsident Frankreich, Russland zu einem Veto gegen eine Syrien-Resolution im UN-Sicherheitsrat gezwungen zu haben. Frankreich habe die Resolution ohne Einbeziehung Russlands vorgeschlagen, wohl wissend, dass der Entwurf alle Schuld an der Gewalt der mit Moskau verbündeten Regierung in Damaskus gebe und darum von Russland blockiert werden müsse. Er frage sich, warum eine Großmacht wie Frankreich sich zur Erfüllungsgehilfin der USA mache. (APA, Reuters, 12.10.2016)

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