"Gegengewicht zu Angst, Hass und Egoismus": Neue Caritas-Kampagne

Ansichtssache13. Oktober 2016, 07:00
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"Wir ist größer als ich": Die Caritas ruft zum Zusammenhalt der Gesellschaft auf, eine Arbeit von Jung von Matt/Donau

Wien – Es geht um nicht weniger als eine Gesellschaft, die zusammenhält, ohne ab- und auszugrenzen. Eine bessere Gesellschaft, wenn man so will. Das war die Aufgabe für die neue Kommunikationskampagne der Caritas an Jung von Matt/Donau. Das Ergebnis ist seit Donnerstag zu sehen: "Wir > Ich" ist die sehr reduzierte, zugleich große Klammer für die Kommunikation der Organisation.

foto: caritas/jung von matt

Haltung statt Werbeslogan

"'Wir ist größer als ich' ist eine Haltung, kein Werbeslogan", sagt Angelika Simma, seit 2015 Kommunikationsleiterin der Caritas Österreich, im Gespräch mit dem STANDARD. "Wir leben diese Haltung als Organisation jeden Tag. Die Kampagne ist nur das Megafon dafür, was unsere Leute Tag für Tag tun: Menschen zu begegnen, sie zu unterstützen und damit Angst abzubauen." Die Caritas will "als große Organisation ein Gegengewicht zu Angst, Hass und Egoismus schaffen. Und unser Gegengewicht heißt Zusammenhalt."

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foto: caritas/jung von matt

"Wir können und wollen niemandem Gemeinschaftsssinn vorschreiben, oder keine Furcht zu haben", sagt Simma. "Wir können nur den Weg aufzeigen, und Nachdenken darüber anzuregen ist der erste Schritt." Es geht um das Wir, um Zusammenhalt, um Hoffnung und die Zuversicht: "Es kann eine Lösung für die großen gesellschaftlichen Fragen geben, wenn wir ein Stück näher zusammenstehen."

Der Zusammenhalt als Kern der Arbeit zieht sich durch die Tätigkeitsfelder der Caritas: der Zusammenhalt zwischen Jung und Alt etwa. Ein Großteil der an die 15.000 Helferinnen und Helfer arbeitet in der Altenpflege. Der Zusammenhalt höre aber nicht an den Grenzen auf, das Thema sei in Zeiten der Globalisierung größer zu denken. Das spiegelt sich in der Caritas-Auslandshilfe.

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foto: caritas/jung von matt

Aufruf zu mehr Zusammenhalt

Martin Radjaby-Rasset, Geschäftsführer von Jung von Matt/Donau, sieht "Wir > Ich" "sehr nahe an der Marke Caritas; ein sehr reduzierter Fokus auf das Kernanliegen". Dass das Größer-als-Zeichen funktioniert, also verstanden wird, hat die Agentur abtesten lassen. 92 Prozent verstanden demnach den Aufruf zu mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft. Zur Sicherheit steht dennoch auf den ersten Sujets auch ausgeschrieben "größer als" neben dem >.

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jvm/donau caritas

Neuer Caritas-Spot

Mit dem "Größer als" wird die Kampagne auch in den nächsten Jahren arbeiten, etwa mit Liebe > Hass, mit Mut > Angst, mit Teilen > Sharen, Spenden > Liken oder versuchen > aufgeben. Die Spendenkampagne für Familien in Not in Österreich in diesem November steht unter dem Motto Hoffnung > Verzweiflung. Das "Größer als" soll sich, so hofft man, verselbstständigen, etwa in den sozialen Netzwerken.

Die Regie des Werbefilms zur Kampagne führte Patrick Vollrath, 2016 mit "Alles wird gut" für den Kurzfilm-Oscar nominiert.

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foto: caritas/jung von matt

Die Kampagne

Die Kampagne startet, unterstützt von Medienpartnern und Werbewirtschaft, mit österreichweiten Printsujets, einem TV-Spot sowie einem Hörfunkspot. (>>> Die Hörfunkspots gibt es hier zum Anhören.)

Parallel dazu ist eine Online-Involvierungsaktion geplant, die es den Menschen ermöglichen wird, das "Wir" auch auf Social Media in den Vordergrund zu stellen.

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foto: caritas/jung von matt

Die Kampagne ist auf drei Jahre angelegt; die Fundraising-Kampagnen, wie bisher zu den Schwerpunkten Inland, Kinder und Hunger im November, Februar und August, laufen in der neuen Kommunikationslinie. (fid, 13.10.2016)

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fotos: caritas, wunderlich/jung von matt

Angelika Sima, Kommunikationsleiterin der Caritas Österreich, und Martin Radjaby-Rasset von Jung von Matt/Donau.

Credits

Caritas: Angelika Simma, Kommunikationsleiterin der Caritas Österreich, Agentur: Jung von Matt/Donau, Geschäftsführung: Andreas Putz, Martin Radjaby-Rasset, Josef Koinig | CD: Michael Nagy | AD: Romain Berthet | Text: Andreas Putz, Isabelle Stadler | Kundenberatung: Katharina Kaiser, Nadja Stritezsky | Filmproduktion: Das Rund | Regie: Patrick Vollrath | Tonstudio: Marx Tonkombinat

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