Wie sie wurden, was sie sind: Pioniere der deutschen Wirtschaftsgeschichte

17. Oktober 2016, 09:00
5 Postings

Vom Deutschen Zollverein zur Treuhand: Das Buch "Made in Germany" zeichnet ein wichtiges Kapitel deutscher Geschichte nach

Der 1875 im österreichischen Böhmen geborene Ferdinand Porsche war ein Besessener, der für seine Ideen lebte. Mit 25 Jahren baute der Autodidakt sein erstes Fahrzeug, ein Elektroauto. Doch trotz seines technischen Könnens blieb ihm jahrzehntelang die nötige Anerkennung versagt, um seine langgehegte Vision der Massenmotorisierung zu verwirklichen.

Dafür war er bereit, jegliche politischen und moralischen Bedenken über Bord zu werfen. So folgte er auch einer Einladung des kommunistischen Diktators Josef Stalin, der Porsche als "Staatskonstrukteur" gewinnen wollte. Doch letztlich schreckte ihn die Sprachbarriere. Er sagte Stalin ab und wandte sich einem anderen Führer zu, mit dem er sich besser verstand.

Es sind Details wie diese, die die einzelnen Kapitel in "Made in Germany" zum Lesevergnügen werden lassen. Die Journalisten Massimo Bognani ("Handelsblatt") und Sven Prange ("Wirtschaftswoche") spannen darin einen Bogen deutscher Wirtschaftsgeschichte vom Gründer des deutschen Zollvereins, Friedrich List (1871), bis zur Treuhandchefin Birgit Breuel (1991).

Die Beschreibungen der Pioniere und Pionierinnen (Berta Benz) kommen locker erzählt daher, es mangelt ihnen aber nicht an Hintergründigem und Fakten. Sehr hilfreich ist auch die jedem Kapitel vorangestellte historische Einordnung sowie eine Nachbetrachtung, was aus den von ihnen mitbegründeten Unternehmen oder Institutionen geworden ist. (Karin Tzschentke, 17.10.2016)

Massimo Bognanni,Sven Prange
Made in Germany

Große Momente der deutschen Wirtschaftsgeschichte
Campus-Verlag 2016
224 Seiten, 20,60 Euro

  • Massimo Bognanni,Sven PrangeMade in GermanyGroße Momente der deutschen WirtschaftsgeschichteCampus-Verlag 2016224 Seiten, 20,60 Euro
    cover: campus

    Massimo Bognanni,Sven Prange
    Made in Germany
    Große Momente der deutschen Wirtschaftsgeschichte
    Campus-Verlag 2016
    224 Seiten, 20,60 Euro

Share if you care.